Hollywoods Filmstudios geben in diesem Jahr rund 225,5 Mio. Dollar für Online-Werbung aus. Dies entspricht jedoch nur drei Prozent ihres gesamten Werbebudgets. Damit liegt die amerikanische Filmbranche deutlich hinter der gesamten US-Industrie, deren durchschnittlicher Ausgabenanteil für Online-Werbung 5,7 Prozent beträgt. Zu diesen Ergebnissen kommen die Analysten des Online-Marktforschungsinstitutes eMarketer in ihrer aktuellen Studie "Hollywood Online". Um die kinobegeisterte junge Zielgruppe zu erreichen, sollten die Studios möglichst bald mehr in ihren Online-Werbeauftritt investieren, lautet der Rat der eMarketer-Analysten.
Bis 2010, so die Studienautoren, werden die Filmstudios rund acht Prozent ihres Werbebudgets in Online-Werbung investieren, dies wären insgesamt rund 526 Mio. Dollar. Die durchschnittlichen Ausgaben anderer US-Firmen für Werbung im Internet würden zu diesem Zeitpunkt bei knapp neun Prozent liegen. Die eMarketer-Studie kritisiert, dass Hollywoods Filmstudios nicht früher mit verstärkten Investitionen in ihren Online-Werbeauftritt begonnen haben. Auf diese Weise hätten Jugendliche und junge Erwachsene eher auf neue Produktionen aufmerksam gemacht werden können. Diese Gruppe würde nicht nur einen großen Teil ihrer Freizeit damit verbringen im Internet zu surfen, sondern gehe gleichzeitig auch am öftesten ins Kino, meinen die Analysten. 73,7 Prozent der zwölf- bis 17-jährigen US-Bürger hätten bereits Zugang zum Internet, bis 2010 werde sich dieser Anteil auf 83,9 Prozent erhöhen.
57,2 Prozent aller Internet-User suchen sich Informationen zu Kinofilmen und TV-Shows derzeit noch über das Fernsehen, so ein weiteres Ergebnis der Studie. So scheint es wenig verwunderlich, dass Filmstudios gleichzeitig primär im TV, Radio, Zeitungen oder Magazinen für neue Filme werben. Lediglich bei Nischenfilmen sei ein Trend zu Online-Werbung festzustellen, wodurch die Werbung über ausgewählte Web-Seiten an ein bestimmtes Publikum adressiert werden kann. Im vergangenen Jahr zeigte sich jedoch auch, dass erfolgreiche Kinofilme im Vorfeld oft intensiv und mit grossen Budgets im Internet beworben wurden, so etwa "Die Passion Christi".
Der Schlüssel zu erfolgreicher Online-Werbung sei allerdings nicht über einfache Banner-Schaltung zu finden, meint Amy Powell, Senior Vice President für Marketing bei Viacoms Paramount Pictures. Das Studio setzte als eines der ersten auf Online-Werbung, Powell sieht heute erfolgreiche Internet-Werbung durch die Aufbereitung digitaler Original-Inhalte umgesetzt.

