Suchmaschinenmarketing stellt klassische Onlinewerbeformen zunehmend in den Schatten. Während vor dem Hintergrund der schwachen US-Wirtschaft besonders das Wachstum bei aufwändigen Displayanzeigen langsam ins Stocken gerät, entwickelt sich die Suchmaschinenwerbung weiterhin sehr stark. Wie die "New York Times" berichtet, haben in den vergangenen Wochen gleich mehrere grosse Player im Onlinewerbegeschäft wie etwa Yahoo oder Time Warner durchwachsene Ergebnisse bekannt gegeben. Ausserdem gibt es Anzeichen dafür, dass die Online-Verlage weniger Geld mit dem Verkauf von Werbeflächen erzielen. So sanken laut dem Index des Werbetechnologieunternehmens Pubmatic allein von März auf April dieses Jahres die Preise für Onlinewerbung, die von den grossen Ad-Networks bezahlt wurden, um 23 Prozent.
Zwar sind dies nur vorläufige Ergebnisse, die einen kleinen Ausschnitt der Onlinewerbewelt beleuchten, doch vor allem Webportale, Zeitungsverlage und Medienkonzerne, die versuchen ihre Umsätze mit teurer Displaywerbung zu steigern, sollten alarmiert sein. Denn derzeit seien beispielsweise graphisch aufwändige Bannerwerbung und Spaltenanzeigen die schwächste Onlinewerbeform, bestätigt auch Jeffrey Lindsay, Analyst bei Sanford C.Bernstein & Company. AOL etwa verzeichnete im vergangenen Monat einen Rückgang von 18 Prozent im Bereich Displaywerbung.
Entgegen einem allgemeinen Abflauen des Onlinewerbebooms in den USA entwickelt sich der Bereich Suchmaschinenmarketing sehr positiv. Auch in wirtschaftlich schwachen Zeiten gilt das Geschäft mit Suchmaschinenwerbung als effektiv und kostengünstig. Davon profitiert wenig überraschend vor allem Google. Laut den jüngsten Quartalsergebnissen konnte der Konzern allein in dem Drei-Monatszeitraum einen Umsatz von 5,19 Mrd. Dollar sowie einen Profit von 1,31 Mrd. Dollar generieren. Aber auch andere Internetriesen wie Microsoft oder Yahoo konnten ihre Werbeumsätze -- zumindest in bestimmten Segmenten -- steigern. Rezessionsängste würden laut Lindsay einigen Medienunternehmen sogar zugute kommen, weil viele Werbetreibende ihre Investitionen ins Netz verlagern.(pte)

