Luxus ist gefragt
Die Luxusbranche ist im Aufwind. Premium-Anbieter Gübelin spürt diese positive Entwicklung sehr deutlich: "Wir sind mit der momentanen Wirtschaftslage zufrieden. Schmuck wird auch im Hochpreissegment vermehrt gekauft. Momentan erleben wir eine starke Nachfrage nach opulentem und extravagantem Schmuck mit farbigen Steinen", erläutert Raphael Gübelin, CEO von Gübelin AG, den Trend.
Auch bei Swarovski läuft es bedeutend besser als noch letztes Jahr. Dörthe Huscheck, Director Consumer Goods Business Swarovski (Schweiz): "Sehr beliebt sind unsere weissen Kristalle, welche mit Ihrer Brillanz und dem unverwechselbaren Glanz Trägerinnen begeistern. Hoch im Kurs stehen auch die jährlich mehrfach wechselnden "Fashion Kollektionen". Sie passen sich farblich dem Modetrend an."
Weihnachtsgeschäft wird angekurbelt
Für Swarovski ist das Weihnachtsgeschäft zentral. Die Nachfrage soll mittels Sonderaktionen noch gesteigert werden. So gibt es im Schmuckbereich Sets zu attraktiven Preisen. Dank der Zusammenarbeit mit Miles&More bekommen Mitglieder bis Ende Monat beim Einkauf ab einem gewissen Betrag zudem Sondermeilen gutgeschrieben. Auch bietet Swarovski seit Oktober die "Pink Hope-Kollektion 2010" an: 20 Prozent von jedem verkauften Schmuckstück werden der Krebsliga Schweiz für die Brustkrebsprävention gespendet. Und wie jedes Jahr sind auch die Weihnachtsbaum-Anhänger und roten Kristalle - als Symbol für die Liebe - im Mittelpunkt des Sortiments.
Bei Gübelin wird der Hauptumsatz während des ganzen Jahres gemacht. Je nach Monat treiben Touristen aus unterschiedlichen Ländern den Verkauf an. Das Weihnachtsgeschäft spielt sich dabei vor allem bei den Schweizer Kunden ab. Gübelin hat keine speziellen Kollektionen für die Festtage. Es wird auch keine Sonderaktion durchgeführt. Beliebte klassische Linien wie "Paris" und "Madagaskar" stehen aber im Vordergrund. Raphael Gübelin: "Unsere Kunden kaufen an Weihnachten etwas besonders Schönes, es soll exklusiv sein. Sie nehmen sich viel Zeit zum Aussuchen. Eine Sonderaktion passt nicht zu ihrem individuellen Anspruch."
Individuelle Besonderheiten sind entscheidend
Die verschiedenen Schmuckanbieter konzentrieren sich auf ihre starken Segmente, um sich gegen die Mitbewerber durchzusetzen. Gübelin positioniert sich mit einem breiten Angebot an selbst kreiertem Schmuck. Er ist in allen Variationen erhältlich. Gübelin bleibt konsequent auf Uhren und Schmuck fokussiert.
Swarovski sieht seine Stärke in der Vielseitigkeit schnell drehender Kollektionen, die eine grosse Nähe zur Modebranche aufweisen. Neben Schmuck erweitert Swarovski sein Angebot auch immer mehr mit Accessoires, Abendhandtaschen, Kristall-Sammlerfiguren und Produkte im Table Top Bereich.
Junge Kunden im Visier
Luxus ist teuer und vor allem für Junge oft nicht erschwinglich. Trotzdem sind sie die Kunden von morgen. Deshalb wird viel in sie investiert. Gübelin bietet klassische Linien wie "Paris und "Madagaskar" in einer veränderten Form an: Leichter, luftiger und dafür weniger kostspielig als die ursprüngliche Version. "Wir wollen dem Kunden eine breite Palette anbieten können und es den Jüngeren ermöglichen, sich schönen und wertvollen Schmuck zu gönnen", führt Raphael Gübelin aus.
Mit sehr günstigen Angeboten macht Swarovski den Jungen den Einstieg leicht: "Als trendige Produkte für die Jungen bieten wir Charm-Anhänger an, Ohrringe und Sets. Wir versuchen, die Jungen bei ihrem Budget abzuholen und hoffen, dass sie in unser exklusives Segment hineinwachsen", meint Dörthe Huscheck dazu.
Differenzierte Werbestrategien führen zum Erfolg
Bei Swarovski erachtet man gerade wegen der jungen Zielgruppe die Social Medias wie Facebook, Twitter etc. für sehr wichtig. Dörthe Huscheck: "Hier werden wir in Zukunft verstärkt unseren Focus legen und Events, Shoperöffnungen und Produktneuheiten an unsere Fangemeinde kommunizieren. Meiner Meinung nach ist Social Media die Zukunft und gehört für jeden Brand ins Kommunikationsportfolio." Zudem tritt Swarovski in der Nähe von fashion-affinen Aktivitäten auf, ist bei Modenschauen in verschiedenen Shoppingcentern beteiligt. Auch anhand von "direct mailings" an ausgewählte Zielgruppen und mit Beilagen in Tages- und Wochenzeitungen werden neue Kollektionen schweizweit präsentiert.
Gübelin setzt zum grossen Teil auf klassische Printwerbung (Inserate), auf Präsentation von Uhren und Schmuckstücken im Rahmen von Fotostrecken und auf Öffentlichkeitsarbeit. Social Media ist erst im Aufbau.
Bericht: Christine Schnyder

Ein Hingucker: Swarovski zelebriert im HB Zürich das Weihnachtsfest mit einem grossen Christbaum.

