Online-Marktforschung fristet hierzulande nach wie vor ein Schattendasein. Der Marktanteil betrug 2004 lediglich 4 Prozent, weitaus beliebter ist das Telefoninterview mit einem Marktanteil von 65 Prozent, gefolgt vom persönlichen Interview. "Diese Methode muss ihre Position innerhalb der klassischen Marktforschungsmethoden in der Schweiz noch festigen", lautet das Fazit einer Studie des Lehrstuhls Marketing der Universität Zürich in Kooperation mit dem FDM&M.
Die Resultate erstaunen die Studienverantwortlichen in ihrer Deutlichkeit, denn die Online-Marktforschung weist hinsichtlich der Beurteilungskriterien Qualität, Kosten und Zeit gegenüber herkömmlichen Methoden erhebliche Vorteile auf. Die webbasierte Befragung zeichnet sich vor allem durch eine hohe Effizienz aus. Die Zielgruppen können schneller rekrutiert werden, zudem wird die Input-Validierung direkt und in Echtzeit vorgenommen. Dies spreche für eine hohe Datenqualität, zumal auch Übertragungsfehler eliminiert werden, so die Wissenschaftler der Uni Züich. Sie sehen in der Online-Marktforschung deutliche Kostenvorteile gegenüber anderen Methoden, da Aufwände für die logistische Abwicklung und für die zeitaufwändige Datenauswertung gänzlich entfallen.
Während bei Offline- Erhebungen die Kosten pro Interview praktisch linear mit dem Stichprobenumfang steigen, sinken die Kosten für die web-Befragung mit jedem zusätzlichen Teilnehmer. Ein schlagkräftiges Argument, denn Studien belegen, dass die Validität einer Erhebung mit der Anzahl befragter Personen steigt. Als zusätzlicher Vorteil erlaubt die Online-Befragung auch die Darstellung multimedialer und interaktiver Elemente wie Videos, Musik oder Bilder.

