19.02.2017

Migros & Coop

Raschelsäcklein sind Ladenhüter

Seit die Einweg-Säckchen bei den Detailhändlern nicht mehr gratis sind, meiden sie die Konsumenten.
Migros & Coop: Raschelsäcklein sind Ladenhüter
Säcke bleiben im Laden: Die ersten Erfahrungswerte zeigen, dass die fakultative Massnahme greift. (Bild: Archiv)

Seit die Raschelsäcklein 5 Rappen kosten, meiden die Konsumenten sie. Bei Migros hat der Verbrauch der Einweg-Säckchen seit November um rund 80 Prozent abgenommen. Bei Coop ging er in den Zürcher Testfilialen gar um rund 85 Prozent zurück.

Adrienne Suvada, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Marketing Management der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, hat den markanten Rückgang erwartet. Das Phänomen wirke insbesondere, wenn ein Produkt zuvor lange gratis war. «Es spielt dann kaum eine Rolle, ob die Konsumenten fünf oder zwanzig Rappen bezahlen müssen», sagt sie gegenüber der Sonntagszeitung.

Der starke Rückgang des Verbrauchs zeige, dass die Kunden die Plastiktüten nicht unbedingt brauchen. Suvada dazu: «Sie nehmen ihre Einkäufe nun in die Hand, stopfen sie in die Laptoptasche oder haben eine eigene Tüte mit. Weil die Säcke zu Hause oft im Abfall landeten, ist es für viele keine Option, dafür zu bezahlen.»

Die Säckchen sorgten 2012 für heftige Diskussionen. Aus ökologischen Gründen beschloss damals das Parlament gegen den Willen des Bundesrates und der Detailhandelsbranche, die kleinen Wegwerftüten von den Ladenkassen zu verbannen. (SoZ/eh)


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KOMMENTARE

Marianne Janner
22.02.2017 13:22 Uhr
Ich würde die Statistik der 30Rp Papiersäcke interessieren. Ich habe die Vermutung, dass dort einen Anstieg zu verzeichnen ist. Bei den 5Rp Säckli wäre es interessant zu wissen, ob diese in die Komposttonne gegeben werden können. Sonst war die ganze Aktion für nichts.
Dieter Widmer
20.02.2017 09:38 Uhr
Hoffentlich haben sie noch Millionen solcher Plastiksäcklein!. Coop und Migros brüsten sich damit, so vorbildlich zu sein. Mich ärgert aber, dass Coop und Migros ungestraft Lebensmittel von weit her importiert und sich zugleich damit brüsten, ihre Ware sei "umweltfreundlich", "naturnah" und "aus der Region", Schliesslich wären da noch ihre europaweit höchsten Margen. Noch Fragen?
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