11.08.2006

Studie

Regionalmarketing passt nicht zu jungen Zielgruppen

Image einer rotbäckigen Bäuerin überzeugt nicht.

Marketingkonzepte für Produkte aus dem ländlichen Raum wirken oft zu hausbacken und zu fortschrittsfeindlich, weil sie von einer pittoresken Agrarromantik geprägt sind. Mit einer solchen Werbeästhetik kann eine jüngere und lifestyleorientierte Käuferschicht jedoch wenig anfangen. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer Analyse zum deutschen Regionalmarketing in der Lebensmittelbranche von GIM argo, Trendforschungsunternehmen aus Heidelberg.

Wenig Akzeptanz finden auch Marketingkonzepte mit moralischen Botschaften. Die Untersuchung zeigt, dass die Entscheidung für Nahrungsmittel mit regionalem Markenimage immer weniger durch politische Überzeugungen bestimmt wird. Die vorherrschende emotionale Sehnsucht der Konsumenten nach Vertrautem und Bewährtem kann durch Symbole, die Nähe und Vertrautheit vermitteln, befriedigt werden. Denn emotional orientierte Konsumenten sind empfänglich für solch symbolisch aufgeladene Identitätsangebote, weil durch den technischen Fortschritt und die Globalisierung bei vielen Menschen die Verwurzelung in die eigene Herkunftsregion verloren zu gehen droht.

GIM argo rät daher, Konzepte zu entwickeln, die Regionalität mit einem sinnlichen und unverwechselbaren Geschmackserleben in Verbindung bringen. Erfolg versprechen auch Framing-Konzepte, die zum einen neue Produkte und Regionen miteinander verknüpfen und zum anderen das diffuse Regionalbewusstsein der Verbraucher in eine bestimmte Richtung lenken.


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