Der Berner Konsumgüterkonzern Valora zieht personelle Konsequenzen aus dem unbefriedigenden Halbjahresergebnis: Manfred Zipp, der Leiter der grössten Sparte Retail Schweiz, verlässt das Unternehmen. Der Abgang erfolge im "gegenseitigen Einvernehmen", wie Valora am Montag mitteilte. Vor Bekanntwerden des Wechsels hatte Valora den Handel ihrer Aktie an der Schweizer Börse SWX bis 13 Uhr suspendieren lassen.
Die Führung der Sparte, zu der auch das ungenügend rentierende Kioskgeschäft gehört, übernimmt per sofort Konzernchef Peter Wüest. Nach dem unbefriedigenden Halbjahresergebnis habe Wüest die Führung dieses Bereiches als seine Hauptaufgabe erklärt. Das Berner Unternehmen hatte am Freitag überraschend für das erste Halbjahr einen Gewinneinbruch von 55 Prozent gemeldet. Die Zahlen, die mit einer Art Ertragswarnung verbunden waren, hatten an der Börse wie eine kalte Dusche gewirkt und einen Kursrutsch der Aktien bewirkt.
Der Reingewinn fiel von 27 Mio. Fr. im Vorjahr auf 12 Mio. Fr. zurück und das Betriebsergebnis reduzierte sich um 23 Mio. Fr. auf 17 Mio. Franken. Mit 1,433 Mrd. Fr. setzte das Unternehmen praktisch gleich viel um wie im Vorjahreszeitraum (1,432 Mrd. Franken). Im Kerngeschäft Kiosk Schweiz hielt der Trend zu sinkenden Erlösen bei Tabak und Presseerzeugnissen an. Hinzu kam ein Umsatzverlust bei Non-Food und Dienstleistungen. Zudem beanspruchten laut Valora die eingeleiteten Massnahmen zur Ertragssteigerung mehr Zeit als erwartet.
Valora wird am (morgigen) Dienstag an einer Medienkonferenz die detaillierten Halbjahresresultate sowie konkrete Massnahmen zur Rentabilitätssteigerung im Kioskgeschäft präsentieren. Das Kioskgeschäft in der Schweiz steht für rund ein Drittel des Gruppenumsatzes.

