21.07.2015

Zalando

Schlechte Zahlungsmoral der Kunden bremst den Gewinn

Die Aussicht auf einen rückläufigen Betriebsgewinn im zweiten Quartal drückt den Aktienkurs.

Europas grösster Online-Modehändler Zalando spürt die schlechte Zahlungsmoral seiner Kunden beim Gewinn. Im zweiten Quartal werde das bereinigte Betriebsergebnis (EBIT) zwischen 22 und 37 Millionen Euro liegen, kündigte der Berliner Konzern in der Nacht zu Dienstag an.

Im Vorjahreszeitraum waren es 35 Millionen Euro gewesen. Zuletzt kämpfte Zalando damit, dass Kunden ihre Rechnungen erst nach langwierigen Mahnverfahren oder gar nicht beglichen. In Deutschland - dem wichtigsten Markt für Zalando - kann sich der Kunde beim Kauf auf Rechnung 14 Tage Zeit lassen, bis er bezahlt.
 
4 Prozent Marge
 
Im Vergleich zur Vorkasse, wie sie andere Versender verlangen, bedeutet das höhere Zinskosten und ein beträchtliches Ausfallrisiko. Je lockerer die Zahlungsbedingungen, desto grösser ist andererseits auch die Lust der Kunden, im Netz shoppen zu gehen.
 
Der Umsatz von Zalando stieg von April bis Juni um 33 bis 35 Prozent auf 727 bis 738 Millionen Euro. In der ersten Jahreshälfte steigerte Zalando demnach den Umsatz um 31 bis 32 Prozent auf 1,370 bis 1,381 Milliarden Euro.
 
Beim bereinigten EBIT im Semester rechnet Zalando mit 51 bis 66 Millionen Euro, was in der Mitte der Spanne einer Marge von rund 4 Prozent entspricht. Die endgültigen Zahlen will Zalando am 13. August vorlegen. Dann werde das Management womöglich über "eine etwaig erforderliche Anpassung" der Prognose für das Gesamtjahr informieren.
 
Aktienkurs sinkt
 
Die Aussicht auf einen rückläufigen Betriebsgewinn im zweiten Quartal hat Zalando-Anleger enttäuscht. Die Aktien des Online-Modehändler rutschten zeitweise um knapp 6 Prozent auf 31,45 Euro ab. Sie waren der mit Abstand schwächste MDax-Wert. In den vergangenen sechs Monaten haben Zalando rund 45 Prozent zugelegt, der MDax kommt im selben Zeitraum nur auf ein Plus von 17,6 Prozent.
 
Das 2008 gegründete Unternehmen mit nunmehr 8'300 Mitarbeitern verkauft über seine Internetseite und seine Apps für Smartphones und Tablets rund 1500 Modemarken in 15 Ländern, darunter in die Schweiz. (sda/reu)
 
 

Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen