Aldi hat in Australien bedruckte T-Shirts verkauft – und sieht sich deshalb plötzlich mit Rassismus-Vorwürfen konfrontiert. Dies berichtet die NZZ in ihrer Freitags-Ausgabe.
Einige Exemplare der Shirt-Kollektion, die der deutsche Detailhändler anlässlich des australischen Nationalfeiertags (Australia Day) vom 26. Januar lanciert hat, gaben als Gründungsdatum des Landes 1788 an – das Jahr, in dem die ersten europäischen Siedler eintrafen.

Tatsächlich ist längst nachgewiesen, dass Australien bereits Zehntausende Jahre vor 1788 von den Aborigines bevölkert war. Viele Ureinwohner verbinden laut dem Wall Street Journal mit der Besiedlung durch die Europäer den Beginn des Niedergangs ihrer Jahrtausende alten Kultur. Zudem ist die Jahreszahl 1788 in Australien zu einem Symbol rechter Gruppierungen geworden, heisst es in dem Artikel weiter.
Die patriotischen Aldi-Shirts haben auf sozialen Netzwerken wie Twitter einen regelrechten Shitstorm ausgelöst: Das sei nicht nur "rassistisch", sondern schlicht "falsch", wurde Aldi belehrt.
Der Discounter knickte schliesslich ein und zog die beanstandeten T-Shirts am Mittwoch kurzerhand wieder aus dem Sortiment zurück. (NZZ/Wall Street Journal/set)

