20.11.2003

Uhrenfälschung

Schweiz skeptisch gegenüber neuen Gegenmitteln

EU-Kommission legt neue Techniken vor.

Die EU-Kommission will mit neuen Techniken gegen Produktepiraterie und Fälschungen bei Uhren vorgehen. In der Schweizer Uhrenbranche besteht allerdings Skepsis, was deren Wirksamkeit und Kosten angeht.

Die Uhrenbranche ist laut der EU-Kommission von Fälschungen am stärksten betroffen. Der weltweite Umsatz wird dabei auf 450 Mrd. Euro geschätzt. Die Europäische Union (EU) will daher gegen diese illegalen Praktiken angehen, wie EU-Forschungskommissar Philippe Busquin in einer Mitteilung vom Mittwoch festhält.

Das Forschungszentrum der Kommission (Centre commun de recherche, CCR) hat daher zwei neue Techniken entwickelt, um die Echtheit von Uhren belegen zu können. Beide arbeiten mittels Abgleichen von Daten der Uhr und der in einer Datenbank gespeicherten Uhrennummer. Im einen Fall sollen von einem Transponder im Uhrengehäuse entsprechende Daten ausgesendet werden, im andern Fall wird zum gleichen Zweck Ultraschall verwendet. Eine weitere Methode soll zudem die Verschlusssicherung der Container gewährleisten, in welchen 90 Prozent der Uhrentransporte abgewickelt werden.

Zu kostspielig oder nicht wirksam

Was immer dem Kampf gegen Uhrenfälschungen diene, sei gut, sagte dazu in einer ersten Stellungnahme Michel Arnoux vom Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) in Biel. Technische Vorschläge zur erleichterten Identifizierung von Uhren seien der Schweizer Uhrenindustrie jedoch schon sehr oft vorgelegt worden. Laut Arnoux erwiesen sie sich aber jeweils als zu kostspielig oder zu wenig wirksam. Die Schweizer Uhrenbranche stützt sich daher vorläufig weiter auf die Nummerierung der Uhren und die Archivierung der entsprechenden Daten.


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