02.03.2009

Studie

Schweizer befürchten nachhaltige Wirtschaftskrise

Zudem: Berichterstattung der Medien schneidet schlecht ab.

Fast die Hälfte der Schweizer Bevölkerung fühlt sich von der gegenwärtigen Wirtschaftskrise mehr oder weniger stark betroffen. Zwei Drittel rechnen damit, deren Auswirkungen noch stärker zu spüren zu bekommen. Hinsichtlich des zeitlichen Verlaufs sind rund 44 Prozent der Befragten relativ pessimistisch: Ihrer Meinung nach wird erst das Jahr 2012 eine Marktgesundung bringen. Dies zeigt eine repräsentative Befragung, welche die Online-Marktforschungsfirma Marketagent.com Schweiz in der Deutschschweiz und der Romandie durchgeführt hat.

Die gegenwärtige Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise beschäftigt die Schweizer Bevölkerung in zunehmendem Masse. 49,1 Prozent der Befragten fühlen sich „eher betroffen“ oder „stark betroffen“. Zwei Drittel (66,3%) befürchten, die Auswirkungen „eher“ oder „auf jeden Fall“ noch stärker zu spüren zu bekommen. Hinsichtlich des zeitlichen Verlaufs gehen 67,5 Prozent davon aus, dass das Land in naher Zukunft auf den Höhepunkt der Krise zusteuern wird. Mit deren Überwindung innert der nächsten zwölf Monate rechnen 40,3 Prozent der Respondenten, während rund 44,1 Prozent die Lage pessimistischer beurteilen: Für sie dürfte erst 2012 das Licht am Ende des Tunnels zu sehen sein. Nur gerade 7,6 Prozent glauben noch, dass sich die Wirtschaft bis Mitte des laufenden Jahres erholen werde. Eine qualifizierte Mehrheit (58,3%) erachtet es als „eher positiv“ oder „sehr positiv“, dass der Staat existenziell bedrohten Unternehmen hilft.

Massive Einschränkung des Konsums

Diese Einschätzungen haben Auswirkungen auf das Konsumverhalten. 70,9 Prozent der Befragten sehen sich zu mehr oder minder grossen Einschränkungen veranlasst, wobei die Romands den Konsum deutlich stärker zurückfahren. 44,1 Prozent (Deutschschweiz: 39%, Westschweiz: 57%) versuchen, nicht notwendige Käufe hinauszuschieben. 72 Prozent (Deutschschweiz: 68,6%, Westschweiz: 81%) vergleichen ganz bewusst die Preise oder suchen gezielt nach Schnäppchen. Jede(r) vierte Schweizer(in) kauft häufiger bei Discountern ein oder bevorzugt statt der Markenartikel die günstigeren Eigenmarken der Grossverteiler. Rund ein Drittel (29,1%) gibt an, am bisherigen Konsumverhalten festzuhalten.

Zurückstellung von Investitionen

Die Krise dürften vor allem Möbel- und Einrichtungshäuser zu spüren bekommen. Auf deren Produkte gedenken 67,2 Prozent jener Befragten zu verzichten, die im jetzigen Zeitpunkt keine Investitionen tätigen wollen. Auf der Rückstellungsliste folgen Autos und Motorräder (58 %), Schmuck (55%) sowie Elektronik, Fotoartikel und Informatikhardware (53,4 %) Auch Aktien und Obligationen stehen bei 44,3 % der Respondenten nicht mehr hoch im Kurs. Trotz der schlechten Wirtschaftsaussichten bangen lediglich 17 Prozent (Befürchtung „sehr gross“ und „eher gross“) um ihren Job.

Schlechte Noten für die Medien

Deutlich negativ schneidet die Berichterstattung der Medien ab. Bloss 12 Prozent der Respondenten attestieren diesen eine Aufklärerrolle. Die grosse Mehrheit nimmt die Medien als „Panikmacher“ (28,5%) und „eher Panikmacher“ (37,1%) wahr.

Die repräsentative Studie zur Beurteilung der schweizerischen Bevölkerung der derzeitigen Wirtschafts- und Finanzkrise beruht auf einer repräsentativen Online-Umfrage, die im Monat Februar bei 500 Personen in der deutschen und französischen Schweiz von Marketagent.com Schweiz AG durchgeführt wurde. Marketagent.com Schweiz AG mit Sitz in Zürich ist eine Beteiligung des führenden österreichischen Online Markt- und Meinungsforschungsinstituts Marketagent.com online reSearch GmbH. Die Studie wurde bei 14 – 59 jährigen Schweizern durchgeführt.


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