Der "faire Handel" wächst international weiter rasant: Die 21 nationalen Fair-Trade-Organisationen steigerten den Umsatz um über 45 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro. "Weltmeister" im fairen Handel sind aber weiterhin die Schweizer mit einem Jahresumsatz pro Kopf von rund 30 Franken.
Der Umsatz mit Max-Havelaar-Produkten hat in der Schweiz 2005 trotz des Preiskampfs im Detailhandel weiter zugelegt. Insgesamt wurden für 221 Mio. Franken Produkte mit dem Max-Havelaar-Gütesiegel für fairen Handel verkauft, 5 Prozent mehr als im Vorjahr.
Aus der Phase des hohen Wachstums sei Max Havelaar allerdings heraus, sagte Geschäftsführer Martin Rohner am Mittwoch in Zürich vor den Medien. Bei Produkten wie den Max-Havelaar-Bananen gebe es auch eine gewisse Marktsättigung. In den vorhergehenden Jahren war der Max-Havelaar-Umsatz jährlich um etwa ein Drittel gestiegen.
Mit dem Verkauf der Fair-Trade-Produkte wurden im Vergleich zum konventionellen Handel Mehrerlöse von 13,5 (Vorjahr: 12,6) Mio. Franken erzielt. Die Produzenten in Entwicklungsländern erzielten so durchschnittlich 37 Prozent höhere Einnahmen, die ihnen als Prämien und als garantierter Mindestpreis zu Gute kamen.
Bananen leicht rückläufig
Beim grössten Umsatzträger, den Max-Havelaar-Bananen, ging der Umsatz um 1,8 Prozent zurück. Allerdings liege der Marktanteil der Bananen aus dem fairen Handel weiter stabil über 50 Prozent. Ein Wachstum von 10 Prozent verzeichneten dagegen die 2001 lancierten Rosen aus fairem Handel.
Beim Fair-Trade-Kaffee konnte der Umsatz wieder um 5 Prozent zulegen. Grösste Anbieter von Max-Havelaar-Produkten bleiben die Grossverteiler Migros und Coop sowie die Claro-Geschäfte, die zusammen über 80 Prozent der Max-Havelaar-zertifizierten Produkte vertreiben.
Harzig ist dagegen der 2005 lancierte Handel mit Textilien angelaufen: Vom budgetierten Verkaufsziel konnte nur ein Drittel erreicht werden. Es handle sich um das erste weiterverarbeitete Produkt im Max-Havelaar-Sortiment, sagte Rohner. Entsprechend aufwändig sei es, die Bedingungen bei allen beteiligten Produzenten zu kontrollieren.
Preisdruck hält an
Für 2006 erwartet die Stiftung erneut etwa ein fünfprozentiges Wachstum, wie Rohner sagte: "Der Preisdruck im Detailhandel wird anhalten". Neue Verkaufskanäle sucht Max Havelaar nun vor allem noch in der Gastronomie.

