16.09.2008

"De Champagne Suisse"

Schweizer Dorf kämpf weiter um Marke

Druck auf Bundesrat erhöht.

Champagne, das 700-Seelen-Dorf im Kanton Waadt, kämpft weiter gegen das mächtige Frankreich. Es sieht keinen Grund dafür, seine geschützte Marke "De Champagne Suisse" aufzugeben und verlangt, dass der Bundesrat endlich aktiv wird.

Mit einem Postulat und einer parlamentarischen Initiative wollen die Verteidiger der Produkte aus dem Dorf Champagne ihren Druck auf die Regierung erhöhen. Ihr Ziel ist, dass ihr Anliegen in die Verhandlungen über ein Agrarfreihandelsabkommen mit der Europäischen Union einfliesst.

Zudem wollen sie das Terrain ebnen für eine Revision des Bundesgesetzes über den Schutz von Marken und Herkunftsangaben. "Diese Angelegenheit ist nicht nur ein Waadtländer-Problem. Im Gegenteil, sie bedroht alle Homonyme", alle Namensvettern, erklärte FDP-Nationalrätin Isabelle Moret am Dienstag vor den Medien in Bern.

Die Unterstützung der Waadtländer Regierung für die Anliegen von Champagne vereinfache es, die notwendigen Schritte zu erarbeiten. Der Gemeindepräsident von Champagne, Marc-André Cornu, zeigte sich überzeugt, dass "der Handlungsspielraum des Bundesrates grösser ist, als er zugibt".

Ultimatum von Frankreich abgelaufen

Derweil geben die Produzenten aus Champagne ihren Kampf gegen Frankreich nicht auf. Sie beabsichtigten in keiner Weise, die Marke "De Champagne Suisse" aufzugeben. Frankreich hatte dem Dorf ein entsprechendes Ultimatum bis Montag gestellt -- unter Androhung juristischer Schritte.

Die Marke wurde im Juni vom Eidg. Institut für geistiges Eigentum registriert: Die Marke "De Champagne Suisse" für Gebäck und alkoholfreie Getränke sei mit Schweizer Recht vereinbar und laufe auch den bilateralen Verträgen mit der EU und dem Abkommen mit Frankreich über die Herkunftsbezeichnungen nicht zuwider. Sie dürfe in der Schweiz verwendet werden.

Die Winzer des Waadtländer Dorfes mussten 2004 wegen der Bilateralen Verträge zwischen der Schweiz und der EU den Namen "Vin de Champagne" aufgeben und die Etiketten sowie das Werbematerial neu gestalten. Seither kämpfen sie für eine Anerkennung der früheren Bezeichnung. (sda)


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