Die Schweizer Bevölkerung will viel für die Umwelt tun - beispielsweise Energie sparen oder umweltfreundliche Produkte benutzen. Nicht immer folgen den hehren Absichten aber Taten. Dies zeigt der Univox Umwelt-Bericht 2009 von gfs-zürich auf, der im Auftrag der Aduno-Gruppe erstellt und am Donnerstag veröffentlicht wurde. Danach ist das Umweltbewusstsein der Schweizer Bevölkerung im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich gestiegen - auf einen Höchststand seit 1986.
So wollen 90 Prozent der Befragten beim Kauf neuer Elektrogeräte auf den Stromverbrauch achten - 2008 waren es 76 Prozent. 88 Prozent (2008: 71%) möchten Produkte mit weniger Verpackung bevorzugen und 82 Prozent (2008: 63%) sind bereit, beim Kauf von Nahrungsmitteln auf Produktionsweise und Herkunft zu achten. Das Umweltschutz-Bewusstseit habe endgültig alle Bevölkerungsgruppen erfasst, schreibt Univox. Junge und Romands, die in den letzten Jahren unterdurchschnittliche Umweltschutz-Bereitschaft zeigten, hätten aufgeholt. Die Studie sieht die hohe Medienpräsenz von Umweltthemen und die öffentlichen Umweltkampagnen als Hauptgrund für diese Entwicklung.
Wie sehr die Menschen den Absichten auch effektiv Taten folgen lassen, ist schwer abzuschätzen. So sagen 2009 zum Beispiel zwar 78 Prozent (2008: 71%) der Schweizer Bevölkerung, dass sie oft oder sogar immer Energiesparlampen benutzen; dies liegt aber 12 Prozent hinter dem zurück, was sie zu tun bereit wären. Die Studie spricht hier von einer "Absichts-Verhaltenslücke". 59 Prozent der Schweizer Bevölkerung schätzt sich selber als überdurchschnittlich umweltbewusst ein, aber nur 47 Prozent sagen, ihr Umweltverhalten sei überdurchschnittlich. Ihr Umweltwissen wiederum schätzen 57 Prozent als überdurchschnittlich ein. Die Schweizer Bevölkerung ist laut der Studie sich also durchaus im Klaren, dass sie mehr tun könnte.
Die Schweizer Bevölkerung fordert wie schon früher ein stärkeres Engagement der Behörden für den Umweltschutz - vor allem beim Energiesparen, bei der Abgas-Reduktion und dem Schutz vor Klimaveränderungen. Zudem fordert die Schweizer Bevölkerung 2009 noch stärker als bereits 2008 eine Umverteilung öffentlicher Gelder zu Gunsten des Umweltschutzes. Gespart werden soll vor allem bei der Landesverteidigung (78 Prozent, 2008: 62%) und beim Strassenbau (59 Prozent, 2008: 46%).
Umweltgerechtes Verhalten soll in erster Linie mit Anreizen wie Ökolabels und Steuerabzügen für umweltgerechte Produkte erreicht werden. Aber auch Zwangsmassnahmen wie Bussen bei Missachtung von Vorschriften und Verbote haben an Zustimmung gewonnen. Die ökologische Bedrohung liegt - wie das Angstbarometer 2009 von gfs-zürich zeigte - wie bereits im Vorjahr an erster Stelle der Bedrohungswahrnehmung. Beim Univox-Umweltmonitor 2009 wurden 1007 Personen im September telefonisch befragt. Die Aduno-Gruppe ist im Kreditkartengeschäft tätig und gehört verschiedenen Schweizer Banken. (sda)

