22.10.2008

So ändert sich das Kaufverhalten

67. Generalversammlung der GfM: Die Wirtschaftskrise schlägt sich auch auf das Kaufverhalten der Kunden nieder. Kommt nun eine Rezession -- und wenn ja, in welchem Ausmass? “persönlich blau” hat die CEOs und Marketingleiter führender GfM-Unternehmen nach ihren Marketing- und Kommunikationsstrategien in den Zeiten veränderter Marktverhältnisse befragt. Die nachfolgenden Antworten geben einen interessanten Einblick in den momentanen Zustand der Schweizer Wirtschaft.
So ändert sich das Kaufverhalten

Die Fragen:

1. Die wichtigsten Veränderungen im Kaufverhalten unserer Kunden sind...

2. Wir haben unser Kommunikationsverhalten angepasst, indem wir...

Flavio Calligaris-Maibach, Geschäftsführer Coca-Cola AG

1. …die zunehmend grosse Auswahl überfordert den Konsumenten vielfach. Er will klarere und einfachere Botschaften. “Sicherheit” und “Vertrautheit” werden wichtiger -- ohne Kompromisse eingehen zu müssen.

2. …mit Coca-Cola zero eine neue Marke eingeführt haben, welche diese Bewegung aufnimmt. Coca-Cola zero vermittelt eine klare und einfache Markenbotschaft, welche der Konsument sofort versteht: “Voller Geschmack, zero Zucker”. Also keine Kompromisse.

Carlos Friedrich, Marketingleiter IKEA Schweiz AG

1. …die Preissensibilität ist gewachsen und mit diesem der Trend zu aktionsorientierten Marktbearbeitungsmassnahmen. Von IKEA erwarten die Kunden weiterhin eine gute Qualität zu gewohnt günstigen Preisen.

2. …unsere externen Kommunikationskanä-le stärker auf Medien ausgerichtet haben, mit denen wir die vielen Schweizerinnen und Schweizer zu Hause erreichen, um ihnen frische Einrichtungs-Impulse zu geben.

Thomas Morf, CEO Carl F. Bucherer

1. …das bewusstere Entscheiden für eine bestimmte Uhr dank vermehrtem Wissen rund um das Thema Zeitmessung sowie das gewachsene Bewusstsein für Marken, Technik, Funktionen und Design.

2. …mit Protagonisten arbeiten, die typische Träger von Carl-F.-Bucherer-Uhren sind. Boris Blank, Alfredo Häberli oder Nela König engagieren sich für uns, weil sie von der Marke und unseren Produkten fasziniert sind.

Jürg Peritz, Marketing-Chef Coop

1. Als Detailhändler sind wir sehr nahe bei unseren Kundinnen und Kunden und spüren Veränderungen hautnah. Den Kunden mit einem Kaufverhalten gibt es schon lange nicht mehr. Kunden verhalten sich hybrid und sehr unterschiedlich. Wir stellen zudem fest, dass sie immer besser informiert sind und ihnen immer wichtiger wird, wie die Produkte hergestellt werden und woher sie kommen. Negative Veränderungen in unserer Umwelt beschäftigen die Kunden zusehends.

2. Mit unserer Kommunikation fördern wir unseren multioptionalen Markenmix und stellen unsere Leistungen als Pionier im Bereich der Nachhaltigkeit in den Vordergrund. Zudem bieten wir mit dem Magazin Verde als erster Detailhändler vielfältige Hintergrundinformationen zum Thema Bio für die Zielgruppe der Lohas.

Thomas Truttmann, Marketing Director McDonald's Suisse

1. …an ihrem Essverhalten abzulesen. Zeit ist heute ein knappes Gut. Aus diesem Grund entstehen neue Chancen fürs “Essen ausser Haus” wie Informal Eating-out oder Casual Dining. Die Gäste bestimmen die Art der Verpflegung und den Zeitpunkt: von preiswert zu exklusiv, mitten in der Nacht, zur klassischen Essenszeit, etwas Leichtes oder auch etwas Deftigeres. Heute Thai, morgen italienisch. Der Kunde ist König.

2. …der Fragmentierung vermehrt Rechnung tragen. Massenmedien sind zwar wichtig, aber neue Medien wie Online- oder Web-Chats mit der Möglichkeit zur Eins-zu-eins-Kommunikation gewinnen laufend an Bedeutung. Die Qualität des Werbekontakts wird wieder wichtiger. Als Unternehmen zeigen wir uns offen für einen spannenden, fairen Dialog mit allen Anspruchsgruppen.

Ivan Schultheiss, CEO APG Schweiz

1. …dass sie unter wachsendem Kostendruck ihre Kampagnen noch kurzfristiger planen und dabei noch genauer auf das Preisetikett schauen.

2. …indem wir im Verbund aller Affichage-Firmen massgeschneiderte Lösungen aus der gesamten Palette der Aussenwerbung vermarkten und diese mit harten Forschungsdaten belegen. Damit kommen wir auch dem Anspruch nach Transparenz und Messbarkeit unserer Leistungen nach.

Urs Berger, CEO Mobiliar

1. …die zunehmende Flexibilität in der Verkaufskanalwahl. Neben dem traditionellen Angebot über unsere Generalagenturen werden Internet und Partnernet immer wichtiger. Der Kunde denkt heute hybrid, er wählt zwischen High-Touch und High-Tech.

2. …erhebliche Mittel in die Erschliessung moderner Kommunikationskanäle investieren und die elektronischen Zugänge zur Mobiliar ausbauen. Auch beim Internet wählen wir einen dezentralen Ansatz: Diesen Verkaufskanal bauen wir als weiteren Zugang zu unseren Generalagenturen auf und gestalten ihn möglichst persönlich.

Martin Schneider, CEO publisuisse

1. …dass viele unserer Kunden ihre Werbekampagnen immer kurzfristiger und preis-orientierter platzieren. Für mich ist es immer wieder erstaunlich zu beobachten, wie Entscheide über Werbeinvestitionen vom Top-Management häufig delegiert werden. Dies, obwohl es sich hier meist um sehr grosse Beträge und wichtige Investitionen handelt.

2. …als Vermarkter verstärkt den qualitativen Mehrwert von Werbung im Umfeld medialer Premium-Produkte bezüglich Werbewirkung beweisen und damit nachvollziehbar und kommunizierbar machen. Dies ist in einem extrem preisfokussierten Umfeld eine besondere Herausforderung.

Urs Riedener, CEO Emmi Schweiz AG

1. …vor allem jüngere Konsumenten, die spontanter und unmittelbarer konsumieren wollen. Dazu braucht es Produktkonzepte, welche die Bedürfnisse nach Einfachheit und Schnelligkeit innovativ umsetzen.

2. …vermehrt auf eine plakative Gestaltung der Produkte achten und mit Begleitmassnahmen die Kunden direkt am POP ansprechen wollen.

--> Weitere Antworten -- u.a. von Verantwortlichen von Axa Winterthur, Mövenpick-Gruppe, Rivella, Manor oder der Schweizerischen Post -- sind in der Oktoberausgabe von "persönlich blau" zu finden.


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen