Google hat mit seiner jüngsten Quartalsbilanz Sorgen um einen möglichen Rückgang seines Werbegeschäfts ausgeräumt. Nachdem der Marktforscher comScore in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres stagnierendes Wachstum von Googles Werbeklicks in den USA gemeldet hatte, kontert der Suchmaschinenbetreiber in vorgelegten Bilanz mit einem Anstieg der Klicks im weltweiten Anzeigengeschäft um 20 Prozent. Die Turbulenzen am US-Markt hätten dem Geschäft nicht geschadet, betonte Google und verwies auf ein kräftiges Plus bei Umsatz und Gewinn.
ComScore hatte Google Anfang der Woche für das erste Quartal 2008 einen Anstieg von 1,8 Prozent der Klicks auf Werbeanzeigen in den USA bescheinigt. Die Differenz zu dem vom Unternehmen vorgelegten Gesamtwachstum sei unter anderem auf die Berechnungsmethode zurückzuführen, schreibt das Wall Street Journal, da comScore einige "Non-search"-Partner nicht berücksichtigt.
"Es ist schon davon auszugehen, dass das US-Geschäft schlechter verlaufen ist. Zudem wurden erst vor kurzem kleinere technische Neuerungen vorgenommen, die die Zahl der angezeigten Werbelinks pro Suchanfrage verringert", sagt Ronald Stöferle, Analyst der Erste Bank, gegenüber pressetext. Google will künftig nur noch die relevantesten Werbelinks anzeigen, was auch zu höheren Umsätzen für die Werber führen soll. Die comScore-Zahlen hatten für Spekulationen rund um mögliche Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Werbeeinnahmen des Suchmaschinenbetreiber geführt.
Erstmals mehr Umsatz im Ausland als auf dem Heimmarkt
Google hat einen Einfluss der schwachen US-Wirtschaft auf sein Geschäft allerdings zurückgewiesen. Es sei jedoch wahrscheinlich, dass das Unternehmen eine Abschwächung des US-Wirtschaft spüren würde, da die grössten Kunden des Suchmaschinenbetreibers nach wie vor vom gesamten Consumer Markt und dem Consumer-Finance-Geschäft abhängig seien, so Stöferle.
Insgesamt setzte das Unternehmen im ersten Quartal 5,19 Mrd. Dollar um, was einem Plus von 42 Prozent entspricht. 51 Prozent davon wurden ausserhalb des US-Marktes erwirtschaftet. "Man sieht ganz klar, dass erstmals mehr Umsatz im Ausland erzielt wurde. Dadurch wurde Google resistenter gegen Konjunkturabschwünge am Heimatmarkt, wie man es auch schon bei Yahoo und IBM gesehen hat", erläutert Stöferle. Gleichzeitig sei jedoch bemerkbar, dass sich Googles Wachstum abschwäche, frühere Wachstumsraten seien nun nicht mehr zu erwarten. Trotzdem zeige die jüngste Bilanz nach mehreren Enttäuschungen erstmals wieder gute Zahlen, so der Analyst. (pte)

