10.04.2008

EURO 2008

Spott statt Euphorie in der Region Basel

Am Rheinknie tut man sich schwer mit der UEFA.

Knapp zwei Monate vor Anpfiff der EURO 2008 löst die UEFA im Schweizer Hauptspielort Basel nicht Euphorie aus, sondern Spott; übel nimmt man ihr kommerzbedingte Bevormundung. Beizer der zentralsten Fanzone nehmen für Bier-Freiheit einen Zaun in Kauf. Nur EURO-Sponsoren-Bier auzuschenken, kommt für drei der vier Kleinbasler Boulevardrestaurants oberhalb der Mittleren Brücke nicht in Frage: Das Gourmet-Hotel "Krafft", die In-Beiz "Zum schmale Wurf" und das Hotel "Hecht" lassen ihre Rheinterrassen lieber mit einem Zweimeter-Zaun blickdicht verbarrikadieren.

Im Alltag Konkurrenten, räumen sie während der EURO hinter dem Zaun gar Abtrennungen gegeneinander weg. Auch bei ihnen hat es TV-Bildschirme, doch das übliche Angebot wird aufrecht erhalten, insbesondere beim Bier mit internationalen wie lokalen Marken. An Spieltagen ist der Hag zu; Zugang gibt's nur durch die Gebäude. Für diesen Widerstand -- den fünfstelligen Hag bezahlt die Host City -- hallt Applaus durch alle Medien; oft mit Asterix-Vergleich. Das Vertrauen ins versprochene Geschäft ist geringer als der Ärger über Ansprüche der UEFA.

Auch das Urheberrechts-Urteil zugunsten der Suisa in Sachen TV-Match mit Freunden wird hämisch aufgenommen. Wer's exklusiv mag, kann ferner nachts die Rheinfähre "Vogel Gryff" chartern, mit bester Sicht auf die Fanzonen-Leinwand an der Mittleren Brücke. Kreativer Widerstand gegen Abzocke ist nicht einziger Unbill für die UEFA: Der vorgesehene Betreiber will das geplante Fancamp Aesch BL doch nicht bauen, da er Umwelt-Auflagen nicht einhalten mag; das trübt die Stimmung zwischen beiden Basel. So könnte von drei Camps eines mit 2000 günstigen Übernachtungsmöglichkeiten ausfallen. (sda)


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