Die Onlinebank Swissquote wickelt ab Herbst 2015 als Handelsplattform elektronische Börsenaufträge von Kunden der PostFinance ab. Wie die beiden Unternehmen am Freitag mitteilten, sieht die Partnerschaft im Online-Handel auch vor, dass PostFinance eine Beteiligung von 5 Prozent an Swissquote übernimmt.
Damit kommt es den Angaben zufolge zur Kooperation der Nummer eins im Online-Trading mit der Nummer eins im Schweizer Zahlungsverkehr. Gemeinsam wollen die Unternehmen den Markt im Onlinebrokerage weiterentwickeln.
Am Markt werden sie weiter eigenständig und mit eigenen Produkten auftreten. Die beiden Partner sehen zudem ein "grosses Potenzial" im Bereich der elektronischen Vermögensverwaltung, wo Swissquote eine Lösung aufgebaut hat.
Die PostFinance nutzt bei der Kooperation die elektronische Plattform von Swissquote ohne die Marke der Onlinebank. Die E-Trading-Plattform werde so eine PostFinance-Identität erhalten, sagte Unternehmenssprecher Marc Andrey gegenüber der Wirtschaftsnachrichtenagentur awp.
Ausstieg bei Waadtländer Kantonalbank
Die PostFinance gibt ihre bisherige Kooperation mit der Waadtländer Kantonalbank (BCV) auf. Bisher bestand im elektronischen Handel für PostFinance-Kunden eine "Zweitbeziehung" mit der BCV, die auch Depotbank war.
Das Finanzinstitut erhielt 2013 zusammen mit der Bankenbewilligung auch eine Effektenhändlerbewilligung. So wird es nun selbst Depotstelle und Kundenhändlerin im E-Trading und die "Zweitbeziehung" ist nicht mehr nötig.
Der Vertrag mit der BCV werde gekündigt, wobei die Kundendepots zur Postfinance mittelfristig transferiert würden, sagte Andrey. Zeitlich bestehe angesichts der langen Übergangszeit kein Druck.
Zustimmung der Finanzmarktaufsicht steht noch aus
PostFinance hat im Online-Börsenhandel rund 60'000 Kundinnen. Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht muss der Zusammenarbeit mit Swissquote noch zustimmen. Gemäss Communiqué soll die Prüfung in den nächsten Monaten erfolgen.
Die fünfprozentige Beteiligung der PostFinance an der Onlinebank erfolgt über eine Kapitalerhöhung. Swissquote legt diese den Aktionären an der Generalversammlung vom 7. Mai zur Abstimmung vor.
Die Swissquote-Aktien reagierten am Freitag mit einem deutlichen Plus von 5,8 Prozent auf die Nachricht. Dagegen gaben die BCV-Aktien 0,1 Prozent ab. Allerdings hatte das Institut am Donnerstag seine Quartalszahlen vorgelegt. (sda)

