Starke Weltmarken haben trotz Rezession ihre Widerstandsfähigkeit unter Beweis gestellt. Während die meisten der wichtigen Finanzindikatoren einbrachen, stieg der Wert der 100 grössten Marken im vergangenen Jahr um 4 Prozent auf über 2 Billionen US-Dollar (Vorjahr: 1,95 Billionen). Um im Markenranking "Brandz Top 100 Most Valuable Global Brands" von Millward Brown zu den Top 100 zu gehören, musste eine Marke einen Wert von mindestens 7,3 Milliarden USD erreichen. An der Spitze der Top 100 sind nun gleich vier Technologieunternehmen zu finden: Die wertvollste Marke der Welt bleibt Google mit 114,3 Milliarden US-Dollar, doch nicht nur das: Der Suchmaschinen-Gigant konnte sich noch um 14 Prozent steigern.
Neu auf dem zweiten Platz folgt IBM mit 86,4 Milliarden USD, und relativ dicht schliesst dann Apple (83 Milliarden USD) auf. Microsoft mit einem Wert von 76 Milliarden USD) liet hingegen bereits mit einigem Abstand zurück. Bemerkenswert: Apple, das letztes Jahr noch auf Platz 6 lag, konnte den Konkurrenten Microsoft punkto Markenwert erstmals überrunden. Der Grund: Apple steigerte sich um 32 Prozent, während Microsofts Wert bloss stagnierte. Vom seinem bisherigen vierten Platz auf den fünften Rang verdrängt wurde Coca-Cola, das ebenfalls bloss 1 Prozent an Wert zulegen konnte.


Nescafé und Rolex sind die wertvollsten Schweizer Marken
Schweizer Marken finden sich unter den Top 100 nicht. Noch vor zwei Jahren war das anders: Damals rangierte die UBS noch mit einem Wert von 11,2 Milliarden USD auf Platz 64, letztes Jahr fiel sie dann aber aus den 100 Top-Marken. Schweizer Brands sind deshalb nur noch in den Ranglisten nach Kategorien. So führen etwa Nescafé und Nespresso das Feld in der Kategorie Kaffee an und werden mit 5,3 Milliarden USD (-6 Prozent) beziehungsweise 2,8 Milliarden USD (+14 Prozent) bewertet. Rolex verlor im Vergleich zum Vorjahr 14 Prozent seines Markenwertes und steht bei 4,7 Milliarden USD, während Zurich Insurance ihren Wert um 17 Prozent auf 1,9 Milliarden USD und damit unter den Schweizer Marken am stärksten steigerte.
Weitere Ergebnisse des Ranking
Facebook ist mit einem Markenwert von 5,5 Milliarden USD in diesem Jahr zum ersten Mal im Ranking für den Technologiesektor dabei. Amazon schaffte es auf Platz zwei in der Kategorie Einzelhandel und erhöhte seinen Markenwertes um 29 Prozent auf 27,4 Milliarden USD. Samsung ist die Marke, die mit 80 Prozent den höchsten Wertzuwachs erzielt hat. Die Nummer eins unter den indischen Marken, ICICI, belegt unter den Top 100 Rang 45. Zum ersten Mal sind in diesem Jahr auch China, Russland und Brasilien mit Neuzugängen repräsentiert.
Erstmals wurde auch der Kapitalwert von Ölgesellschaften untersucht. BP belegte nun unter den Ölgesellschaften den ersten Platz, mit einem Markenwert von 17,3 Milliarden USD, gefolgt von Exxon Mobil mit 15,5 Milliarden USD und Shell mit 15,1 Milliarden USD.
Heisser Tip für Anleger: Auf Marken setzen
Für Anleger hat Millward Brown Optimor noch einen heissen Tip bereit: Wer aus den BrandZ Top 100 ein Portfolio bildet und dieses mit der Entwicklung des S&P 500 Index über die letzten fünf Jahre vergleicht, erhält folgendes Bild: Aus 1000 USD, die man 2006 in das BrandZ-Portfolio investiert hätte, wären heute 1185 USD geworden. Hätte man die 1000 USD dagegen über denselben Zeitraum in den S&P 500 investiert, wären sie heute nur noch 885 USD wert. Fazit: Starke Marken übertreffen den Aktienmarkt.
Zur Methodik des BrandZ Most Valuable Brands Ranking
Die Rangliste der BrandZ Top 100 Most Valuable Global Brands wurde vom Forschungsunternehmen Millward Brown Optimor für die Betreiberfirmen von WPP, dem weltweit grösste Konzern für Kommunikationsdienstleistungen, entwickelt und 2010 zum fünften Mal erstellt. Das Ranking zieht als Massstab für den Markenwert eine Kombination aus zwei Parametern heran: Zum einen Befragungen von über einer Million Konsumenten weltweit zu Tausenden von Marken für Verbraucher und Unternehmenskunden, und zum anderen eine Analyse der finanziellen und geschäftlichen Performance jedes einzelnen Unternehmens (unter Verwendung von Daten von Bloomberg und Datamonitor). Auf diese Weise wird der Einfluss des Markenwertes auf die Ertragsentwicklung von der Marktkapitalisierung getrennt. Die Wahrnehmung einer Marke durch die Verbraucher ist ein entscheidender Faktor für den Markenwert.

