Der Deal hatte gigantische Dimensionen. 164 Milliarden US-Dollar kostete der Zusammenschluss des Medienunternehmens Time Warner und des Internetanbieters AOL vor zehn Jahren. Es war eine der größten Fusionen in der Wirtschaftsgeschichte und auch eine der verlustreichsten. Jetzt entschuldigt sich Jerry Levin, ehemaliger Chef von Time Warner, gegenüber dem US-Nachrichtensender CNBC: "Ich war damals an der Macht. Die Schmerzen und das Leid und die Verluste, die damals entstanden sind, tun mir wirklich sehr leid."
Er übernehme die gesamte Verantwortung für die Folgen. Rückblickend nennt Levin die Fusion sogar als das "offensichtlich katastrophalste Geschäft des Jahrhunderts". Im TV-Interview fordert er zudem andere Spitzenmanager aus jener Zeit auf, seinem Beispiel zu folgen. Aber auch heute noch hätten andere Firmen ähnliche Probleme wie AOL-Time Warner. Im Hinblick auf die jüngste Finanzkrise hat er gegenüber CNBC explizit die Verantwortlichen der Investmentbanken Lehman Brothers, Bear Stearns und Merrill Lynch angesprochen. Auch bei der Citigroup, der Versicherung AIG und General Electric (GE) würden dieselben Probleme wie bei Time Warner existieren. Kurze Zeit nach der Transaktion im Jahre 2000 zerplatzte die Dotcom-Blase. Aktien fielen ins Bodenlose, Milliarden Dollar waren vernichtet. (Quelle: Horizont)

