23.05.2006

Luzern

Tourismusdirektor tritt zurück

Urs Kamber nimmt Arbeit nach Burn-out nicht wieder auf.

Der Luzerner Tourismusdirektor Urs Kamber ist zwar vom Burn-out-Syndrom geheilt und wieder gesund. Er nimmt aber seine Arbeit in Luzern nicht wieder auf und tritt auf Ende 2006 auch formell von seinem Posten ab.

Er habe sich nach seiner Erkrankung im März in einer spezialisierten Einrichtung in Bad Ragaz behandeln lassen, sagte Kamber an einer Medienkonferenz am Montagabend in Luzern. Dabei habe er den Entschluss gefasst, sich beruflich neu auszurichten.

Keine Kämpfe mehr

Als Grund gab Kamber die Neuausrichtung der Tourismusstrukturen in der Zentralschweiz an, die für einen gemeinsamen Auftritt der Region nötig, aber noch nicht vollzogen sei. Er habe die Geduld dafür nicht mehr aufbringen können: "Ich wollte keine Kämpfe mehr."

Diese Auseinandersetzungen hätten unter anderem wohl auch zu seinem Zusammenbruch geführt, sagte Kamber. Kurz nach seinem Amtsantritt hatte er die Organisation von Luzern Tourismus umgebaut und die Kongressabteilung geschlossen.

Hinzu kam laut Kamber die schwierige private Situation; er sei seit knapp einem Jahr geschieden. An seinem neuen, noch nicht bestimmten Wirkungsort hoffe er auf "grössere persönliche Befriedigung", sagte Kamber. Luzern und die Zentralschweiz seien aber auf dem richtigen Weg.

Der Präsident der Luzern Tourismus AG, Rudolf Freimann, lobte die Verdienste Kambers, der seit seinem Amtsantritt im November 2004 grossen Einsatz gezeigt habe. Davon zeugten auch die steigenden Belegungs- und Umsatzzahlen.

Kamber sei Mitinitiant ungewöhnlicher Ereignisse wie das Trainingslager der Fussball-Nationalmannschaft Brasiliens oder der Luzern-Marathon, der 2007 erstmals stattfinden soll. Vor seiner Zeit in Luzern hatte Kamber in Bad Ragaz die Marke "Heidiland" aufgebaut. Danach war er in Lech und Zürs in Österreich tätig.

Kein Direktor bis Ende Jahr

Die Stelle des Tourismusdirektors in Luzern soll laut Freimann bis Ende Jahr nicht besetzt werden. Das operative Geschäft werde in dieser Zeit von Doris Michelotti und Regina Waldis geführt.


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