Der europäische Fussballverband Uefa will die Rechte seiner offiziellen Sponsoren während der Euro 08 mit Augenmass durchsetzen. Euro-08-Chef Martin Kallen kündigt an, Kleingewerbler würden nicht verfolgt, wenn sie Euro-08-Produkte verkauften. Er sehe kein Problem darin, wenn ein beliebiger Metzger eine Europameisterschafts-Wurst verkaufe, sagte Kallen in einem Interview mit dem "Tages-Anzeiger" vom Mittwoch. "Ein Euro-08-Gipfeli des Bäckers in Bümpliz interessiert uns nicht."
Etwas anderes sei es, wenn jemand in grossem Stil mit Euro-Produkten handle oder das offizielle Logo verwende. Hier schaue die Uefa, dass ihre Markenrechte, die sie an Dritte verkauft habe, geschützt blieben. Es sei ja verständlich, dass die Sponsoren ihre Rechte so weit wie möglich durchsetzen wollten. Seiner Meinung nach sei dieser Anspruch in den Verträgen mit den Austragungsorten in vernünftiger Weise umgesetzt, sagte Kallen.
Die Uefa achte darauf, dass sich kein Nichtsponsor im grossen Stil in den Public-Viewing-Zonen einkaufe und quasi als offizieller Sponsor auftrete. Es sei aber nicht so, dass nur die offiziellen Sponsoren ihre Produkte in den Public Viewings verkaufen dürften. McDonald's zum Beispiel dürfe zwar seine Hamburger exklusiv verkaufen. Aber weil der Konzern keine Würste verkaufe, könnten auch Metzger mit den Städten verhandeln. St. Galler Bratwürste werde es ja überall geben.

