25.01.2005

Studie

Unternehmen sollten mehr für die Gesellschaft tun

Schweizer Meinung deckt sich mit globaler Einstellung.

Die Unternehmen sollten für die Gesellschaft mehr tun als das Gesetz vorschreibt. 80 Prozent der SchweizerInnen und Schweizer im Alter von über 15 Jahren sind dieser Meinung. Sie ist damit in der Schweiz genau gleich stark vertreten wie allgemein in Westeuropa und in fast allen Weltregionen.

Die globale Studie "Voice of the people" zeigt, dass abgesehen vom Nahen Osten (Türkei, Aegypten und Israel), in allen untersuchten Weltregionen mindestens drei von vier Menschen der gleichen Meinung sind. Der Druck auf die Unternehmen, in den weniger entwickelten Ländern meist auf die Multinationals, ist also überall relativ stark, der Gesellschaft über das gesetzlich Vorgeschriebene hinaus mehr zu bieten.

Die Studie zeigt auch, dass private und staatliche Unternehmen kritisiert werden, die Gesellschaft bei wesentlichen Einrichtungen und Aufgaben zu unterstützen, wie z.B. bei der Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen, bei der Energie- und Wasserversorgung, bei der Bildung und beim Gesundheitswesen.

Den Befragten wurde die Frage nach ihrer Meinung über die Unterstützung der Gemeinden durch die Unternehmen aus der Privatwirtschaft und der öffentlichen Hand gestellt, und zwar mit Hilfe einer Skala, auf welcher 1 als sehr unbedeutend und 5 als sehr bedeutend eingestuft sind.

Die Privatunternehmen in der Schweiz leisten in den Augen von fast jedem zweiten Befragten (48 Prozent) bei der Wasserversorgung einen bedeutenden Beitrag. 43 Prozent der Schweizer bezeichnen auch bei der Energieversorgung den Beitrag an die Gemeinden als bedeutend, ein Urteil, das bei der Bildung noch von 36 Prozent, beim Gesundheitswesen von 30 Prozent und bei der Beschaffung von Arbeitsplätzen von 27 Prozent aller Befragten abgegeben wird.

Fast jeder zweite (48 Prozebnt) aller Befragten in der Schweiz finden, dass auch die Unternehmen der öffentlichen Hand bei der Wasserversorgung Bedeutendes beitragen. Bei der Energieversorgung und beim Gesundheitswesen wird der Beitrag der Staatsbetriebe etwa gleich eingestuft wie jener der Privat-Unternehmen.

Bei der Bildung wird von 40 Prozent die Förderung durch den Staat höher eingestuft als durch die Privatwirtschaft (36 Prozent). Bei der Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen liegt die öffentliche Hand im Urteil der Schweizer mit 22 Prozent hinter der Privatwirtschaft (27 Prozent).

Die Beiträge der Unternehmen, sowohl jene der öffentlichen Hand, wie auch jene der Privatwirtschaft an die Gemeinden werden von der Bevölkerung weltweit nur von einer Minderheit in der Grösse von rund einem Viertel bis zu einem Drittel als bedeutend beurteilt.

Dabei wird die Privatwirtschaft bei der Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen mit 29 Prozent höher eingestuft als die Staatsbetriebe (23 Prozent). Bei der Wasser- und Energieversorgung, in der Bildung und beim Gesundheitswesen glauben die Bürger in den untersuchten 60 Staaten an eine leichte Dominanz der Unternehmen der öffentlichen Hand, wenn es um bedeutende Beiträge an die Verbesserung dieser Einrichtungen geht.

Allerdings wird weltweit gesehen keiner der untersuchten Einrichtungen von mindestens einem Drittel der Befragten als bedeutender Beitrag an die Verbesserung dieser Infrastrukturelementen zugestanden. Werden die bedeutenden Beiträge den unbedeutenden Unterstützungen gegenüber gestellt, so dominieren bei allen untersuchten Gebieten die Antworten "unbedeutend“.

Wird von den Arbeitsplätzen abgesehen, so ist die Diskrepanz zwischen einer unbedeutenden und bedeutenden Unterstützung bei den Unternehmen der Privatwirtschaft auffallend grösser als jene bei den Staatsbetrieben. Der hohe Anteil an "weiss nicht“-Antworten“ bei rund einem Drittel der Befragten zeigt, dass weltweit teilweise erhebliche Probleme beim Informationsstand der Befragten auftauchen.


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