Während in der ganzen Medienbranche wegen einbrechenden Werbeumsätzen ein Ächzen und ein Stöhnen zu hören ist, zeigt der Werbevermarkter Goldbach Media der Krise die kalte Schulter. Das Unternehmen setzt erfolgreich auf Internetwerbung und treibt die Expansion in Osteuropa und den Ländern des ehemaligen Jugoslawien zügig voran. Die Strategie geht offenbar sehr gut auf. Trotz den hohen Investitionen im Ausland, hielt sich das Unternehmen in den schwarzen Zahlen.
Der Unternehmensgewinn sank letztes Jahr im Vergleich zu 2007 zwar von 25,4 auf 17,6 Mio. Franken. Dies ist aber darauf zurückzuführen, dass im Vorjahr der Verkauf der Anteile an Radio Energy und Radio Ri viel Geld in die Kassen der Werbevermarkterin gespült hatte. Den Umsatz steigerte Goldbach Media im letzten Jahr um 11,8 Prozent auf 264,9 Mio. Franken. Und der Betriebsgewinn (EBIT) nahm um um 13,7 Prozent auf 20,3 Mio. Fr. zu.
Umsatzbringer Nummer eins ist die Onlinewerbung. Mit 80,2 Mio. Fr. wurden bereits 30,3 Prozent des Gesamtumsatzes mit Displaywerbung, Suchmaschinenoptimierungen, auf Smartphones optimierte Werbemassnahmen und in Computerspiele integrierte Werbung erzielt. Letzes Jahr betrug der Anteil erst 23 Prozent und verglichen mit 2004 hat sich der Umsatz gar fast vervierfacht. Im Gespräch mit "persoenlich.com" rechnet der CEO von Goldbach Media, Klaus Kappeler, auch im Jahr 2009 mit einem zweistelligen Wachstum in diesem Segment. Laut Kappeler könne das Unternehmen mit Internetwerbung schon bald bis zu 40 Prozent des Goldbach-Umsatzes erzielen. Noch erzielt Goldbach Media rund drei Viertel seines operativen Ertrags mit Radio- und Fernsehspots.
Nicht nur im Internet ist Goldbach Media auf gutem Weg. Auch mit TV-Werbung verdient das Unternehmen gutes Geld. Um 5,9 Prozent konnte der Umsatz mit Spots, zum Grossteil in ausländischen Werbefenstern, erhöht werden. Kappeler geht allerdings davon aus, dass das Internet-Geschäft für Goldbach mittelfristig wichtiger wird als das TV-Business.
Beim Verkauf von Werbezeit am Radio hatte die Goldbach-Gruppe vergangenes Jahr den Wegfall des Vermarktungsauftrags für Radio Energy zu verkraften. Dadurch sank der mit Radiowerbung erzielte Umsatz vom 39,4 Mio. auf 32,6 Mio. Franken. Das Kerngeschäft, dem Vermitteln von Radiospots mit nationaler Ausstrahlung, sei aber um rund 4 Prozent gewachsen, sagte Kappeler.
Kappeler führt das gute Ergebnis alles in allem auf die konsequente Vermarktung und Investitionen in elektronische Medien zurück. Kommt hinzu, dass Goldbach Media derzeit wohl das einzige Medienunternehmen ist, welches sich ausschliesslich in Wachstumsmärkten bewegt, was sich in den Zahlen deutlich niederschlägt.
Auf die Frage, wie sich die Finanzkrise in den osteuropäischen Märkten derzeit auswirke, sagt Kappeler, dass diese in einzelnen Regionen stark spürbar sei. Generell aber könne man sagen, dass in Ländern wie Polen und Tschechien die Onlinewerbung weiterhin stark wachse. Schlecht sieht es in Ländern wie Ungarn, Ukraine oder in Rumänien aus. "In zwei von neun Ländern, in denen wir aktiv sind, haben wir Probleme. Wir gehen aber davon aus, dass wir diese bald lösen werden. Die Werbeinvestitionen ins Internet nehmen bekanntlich zu." (Quellen: sda, Medienkonferenz, per)

