19.01.2006

USA

Viacom und Kellogs droht Klage wegen Kinderwerbung

SpongeBob soll nicht mehr werben dürfen.

SpongeBob und andere beliebte Kinderhelden aus dem Fernsehen sollen nicht mehr in Werbung für Nahrungsmittel vorkommen, die sich an Kinder unter acht Jahren richtet. Das fordern Konsumentenschützer in den USA schon seit längerem von Nahrungsmittelkonzernen wie Kellogg, Kraft Foods und McDonalds, aber auch von der Politik.

Dem Center for Science in the Public Interest (CSPI) und der Gruppe Campaign for a Commercial-free Childhood (CCFC) reichen die Reaktionen auf diese Forderungen nicht. Gemeinsam mit zwei Eltern planen die Organisationen im US-Bundesstaat Massachusetts Klagen gegen den Medienriesen Viacom und den Nahrungsmittelhersteller Kellogs. Den Unternehmen soll untersagt werden, mit beliebten Figuren aus Film und Fernsehen für gesundheitlich bedenkliche Nahrungsmittel zu werben.

"Nickelodeon und Kellogg verwenden Geschäftspraktiken, die unsere Kinder im wahrsten Sinn des Wortes krank machen", sagte CSPI-Direktor Michael F. Jacobson zu der geplanten Klage. Die Marketingstrategien der beiden Unternehmen seien darauf ausgerichtet, "Kinder davon zu überzeugen, dass alles was sie von ihren Eltern über Ernährung hören, falsch ist", so Jacobson.

Diese "Multimedia-Gehirnwäsche" müsse gestoppt werden. Das wollen die Kläger nun vor Gericht durchsetzen, weil Politik und geforderte Selbstkontrolle der Unternehmen nicht funktioniere. Viacom, Mutter des Kindersenders Nickelodeon, und Kellogg sollen künftig vor einem Publikum, das zu 15 Prozent oder mehr aus unter Achtjährigen besteht, nicht mehr für "Junk Food" werben dürfen. Auch im Internet, bei Events, mit Spielzeug und anderen Marketingtechniken sollen unter Achtjährige nicht mehr mit derartiger Werbung konfrontiert werden. Diese Praktiken seien "betrügerisch und unfair".


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