Die elektronische Stimmabgabe wird bei den Schweizer Stimmberechtigten immer bekannter. Viele würden heute schon elektronisch abstimmen, wenn sie Gelegenheit dazu hätten. Dies zeigt eine von der Bundeskanzlei in Auftrag gegebene Studie.
Obwohl die Stimmabgabe mittels Internet in der Schweiz vorerst nur in Einzelfällen möglich ist, wissen 65 Prozent der Stimmberechtigten mit dem Begriff "vote électronique" etwas anzufangen. 54 Prozent könnten sich generell vorstellen, via Internet abzustimmen. Der Komfort wird als Hauptgrund angegeben.
Befürchtungen haben die Stimmberechtigten bezüglich der Sicherheit, des Datenschutzes und des Abstimmungsgeheimnisses. 35 Prozent der Stimmberechtigten lehnen deshalb die elektronische Form der Stimmabgabe ab. Ablehnungsgründe sind auch mangelnde technische Kenntnisse und eine Vorliebe für die traditionelle Art der Stimmabgabe.
Auswirkung auf die Stimmbeteiligung
Je häufiger das Internet genutzt wird, desto positiver ist die Haltung gegenüber der elektronischen Form der Stimmabgabe. Wie die Studie ergab, würde die elektronische Stimmabgabe in einer ersten Phase vor allem von erfahrenen Surferinnen und Surfern, das heisst vor allem junge Leute mit hohem Bildungsniveau, genutzt.
Weil vor allem Junge gegenüber der elektronischen Stimmabgabe offen sind, glauben die Autoren der Studie, dass dieser Teil der Bevölkerung stärker zum Abstimmen motiviert werden könnte. Damit, so die Folgerung, sei auch ein positiver Einfluss auf die Stimmbeteiligung nicht auszuschliessen.
Neben dem Alter und dem Bildungsniveau beeinflussen laut der Studie auch andere soziologische und soziodemografische Aspekte die Haltung gegenüber der neuen Abstimmungsform. So waren bei der Umfrage 59 Prozent der Männer, aber nur 48 Prozent der befragten Frauen für "vote électronique". Die Studie spricht von der Gefahr eines digitalen Grabens.
Pilotprojekte in drei Kantonen

