Drei Angestellte haben in den USA versucht, Firmengeheimnisse von Coca-Cola an den Erzrivalen Pepsi zu verkaufen. Weil Pepsi darauf nicht einging und Coca-Cola informierte, steht das Trio seit Donnerstag vor Gericht. Wie das Justizministerium am Mittwoch (Ortszeit) in Washington mitteilte, wollte das Trio insgesamt bis zu 1.5 Millionen Dollar von Pepsi kassieren. Die berühmte Coca-Cola-Formel war jedoch nach Angaben von Coca-Cola nicht in Gefahr.
Die Staatsanwaltschaft in Atlanta klagte die drei am Mittwoch wegen Betrugs und Geheimnisverrats an. Eine der Angeklagten, eine 41-Jährige, arbeitete als Sekretärin für einen hochrangingen Manager bei dem Minerlwasserkonzern.
Pepsi informierte Coca-Cola
Der Hinweis an Coca-Cola auf das Leck kam von PepsiCo selbst: Der Getränkegigant unterrichtete seinen Konkurrenten, nachdem er im Mai einen Brief von einem gewissen "Dirk" erhalten hatte. "Dirk" gab an, in führender Position bei Coca-Cola zu arbeiten und bot PepsiCo "sehr detaillierte und geheime Informationen" an. Coca-Cola verständigte die US-Bundespolizei FBI, deren verdeckte Ermittlungen auf die Spuren des Trios führten.
Überwachungskameras filmten Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge, wie die 41-jährige Sekretärin an ihrem Schreibtisch Dokumente durchwühlte und in ihre Tasche stopfte. Ausserdem wurde sie dabei beobachtet, wie sie ein Behältnis mit einer Flüssigkeit einsteckte. Bei einem Treffen mit einem Undercover-Agenten übergab "Dirk" Dokumente mit der Aufschrift "streng vertraulich" sowie das Behältnis, das die Probe eines neuen Coca-Cola-Produkts enthielt. Dafür erhielt er insgesamt 75 000 Dollar.
Handschellen statt Geldkoffer

