21.10.2008

"Wachstum beginnt im Kopf"

Der Waadtländer Computerzubehörhersteller Logitech wurde am Dienstagabend im Zürcher Grand-Hotel Dolder bei einem rauschenden Fest mit dem GfM-Marketingpreis 2008 ausgezeichnet. Logitech ist weltweit führend bei der Herstellung von Computermäusen. GfM-Präsident Ulrich H. Moser lobte die Firma für ihre Innovationskraft. "persönlich" hat sich mit Logitech-CEO Gerald P. Quindlen über die Bedeutung des GfM-Marketingpreises für sein Unternehmen unterhalten und mehr über die Erfolgsgeschichte erfahren. Das Interview:
"Wachstum beginnt im Kopf"

Mister Quindlen, Gratulation zum GfM-Marketing-Award 2008. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?

Es ist mir eine Ehre, diese Auszeichnung im Namen von Logitech entgegenzunehmen. Wir nehmen das Marketing sehr ernst - das ist eine Funktion, die auf der obersten Ebene das Unternehmens wahrgenommen wird. Es ist wundervoll, dass wir Anerkennung finden für das, was wir in diesem Bereich erreicht haben. Und das erst noch im Land, wo Logitech seine Wurzeln hat.

Sie waren während zwei Jahren auch Marketingchef von Logitech. Welches ist die Marketing-Strategie Ihres Unternehmens?

Ich wurde als Senior Vice President für den weltweiten Verkauf und das Marketing angestellt. Unsere Strategie ist nicht sehr kompliziert. Normalerweise lanciert unser Unternehmen pro Jahr über 100 neue Produkte. Die Herausforderung besteht also darin, über die verschiedenen Produkte und Produktkategorien hinweg den richtigen Marketingfokus zu finden, um den Verkauf zu unterstützen. Wir müssen die Schlüsseltrends erkennen, die unsere Industrie vorantreiben. Im Moment sind das: der Aufstieg der digitalen Heimausrüstung (da ist Logitech mit seiner Harmony-Fernbedienungsfamilie dabei), der Aufstieg von Notebook-PCs als gefragteste Computer (deshalb bieten wir ein ganzes Sortiment von Notebook-Accessoires an) und die Ausbreitung der Kommunikation über das Internet (ein Trend, der unser Webcam-Geschäft vorantreibt). Insgesamt nutzen wir einen Mix aus verschiedenen Marketing-Diszipline, von Verkaufskanal-Marketing über Druck-, Plakat- und Online-Werbung bis zum Direct Marketing in Web und PR. Wir mischen das alles mit neuen techniken, öfters online.

Wie viel Swissness gibt es bei Logitech noch?

Die Schweiz ist ein wichtiger Teil von Logitech und wird es immer sein. Wir sind stolz auf unsere Schweizer Wurzeln. Dieses Erbe beeinflusst unser Unternehmen in mannigfacher Weise. Natürlich sind wir in vielen Teilen der Welt stark präsent, aber wir haben hier in der Schweiz eine wichtige Operationsbasis. Die Produktentwicklung für eines unserer Kerngeschäfte findet hier statt. Wir haben sehr enge Bankbeziehungen in der Schweiz. Die Schweiz ist die Zentrale für Verkauf und Marketing für Europa, Nahost und Afrika - unseren grössten Markt.

Kommt es Ihnen im Tagesgeschäft ins Bewusstsein, dass Logitech effektiv eine Schweizer Firma ist?

Logitech ist extrem international. Das bedeutet, dass ich mit der Swissness täglich in Berührung komme, und sei es nur, indem ich an der Kaffeemaschine einen unserer Schweizer Mitarbeiter treffe.

Gibt es irgendwelche Pläne, den Schweizer Standort auszubauen?

Die Schweiz ist bereits der Standort für rund 300 Mitarbeiter: die Marketing- und Entwicklungsteams in Romanel-sur-Morges, die EMEA-Verkaufs- und Marketing-Hauptquartiere in Morges und das Verkaufsbüro in Zürich. Im letzten Jahr haben wir das EMEA-Hauptquartier eingeweiht, das wir eigens gebaut haben, um die beiden Teams zusammenzuführen. Unser Engagement und die Verbindung mit der Schweiz bleiben so stark, wie sie immer waren. Ich bin sicher, dass unsere Tätigkeit hier im gleichen Masse wachsen wird wie das Gesamtgeschäft.

Ihr Vorgänger, Guerrino De Luca, hat es geschafft, den Umsatz in zehn aufeinanderfolgenden Jahren zweistellig wachsen zu lassen. Wird das in der Zukunft auch möglich sein?

Das ist sicher unser Ziel. Vor wenigen Jahren träumten wir davon, einen Umsatz von drei Milliarden Dollar zu erzielen. Das ist nun in Sichtweite und es gibt keinen Grund, warum wir jetzt nicht fünf oder sogar sieben Milliarden anpeilen sollten. Wir haben ein vielfältiges Produkt-Portefeuille, das zu etlichen Schlüsseltrends in vielen Märkten dieser Welt passt.

Haben die Rezession und die gegenwärtige Krise im Finanzsektor Auswirkungen im Technologie-Bereich?

Makroökonomische Faktoren haben immer einen Einfluss auf unser Geschäft. Dagegen können wir gar nichts machen. Wir müssen uns auf unseren Job konzentrieren und unseren Aktionären so viel Wachstum und Wertschöpfung verschaffen wie nur möglich.

Sie wollen Ihren Umsatz in den nächsten fünf Jahren verdoppeln. Ist das unter den gegenwärtigen Marktbedingungen überhaupt möglich?

Wir haben nie so präzise Voraussagen gemacht. Aber natürlich streben wir in den kommenden Jahren einen Umsatz von fünf Milliarden Dollar an. Wachstum hat die erste Priorität und es gibt keinen Grund, daran zu zweifeln, dass wir das auch erreichen - schauen Sie doch nur, was wir in jüngster Vergangenheit erzielt haben. Wachstum beginnt im Kopf. Wenn man nicht daran glaubt, wird man es auch nicht erreichen. Und wir glauben sehr stark an Wachstum.

(Interview: Matthias Ackeret)

--> Das vollständige Interview ist in der Oktober-Ausgabe von "persönlich blau" zu finden.


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