Was ist Asqua?
Eine Plattform, die Unternehmen mit klaren Spezialisierungen die Gelegenheit bietet, an Aufträge zu kommen. Das funktioniert, weil jedes Mitglied bei einem Kundenbesuch für das Netzwerk mitdenkt: Was könnte der Kunde brauchen, das zwar nicht ich, aber ein Netzwerkpartner anbieten kann? Das Netz soll ein Geben und Nehmen sein. So sind wir in der Lage, gemeinsam massgeschneiderte Lösungen auszuarbeiten. Das ist letztlich auch für den Kunden von Vorteil, weil ihm so die geeignetsten und besten Partner präsentiert werden.
Für die Anderen mitdenken? -- Das tönt zu schön, um wahr zu sein...
Der humanitäre Touch schwingt natürlich mit. Prinzipiell wollen wir aber wie ein Netzwerk von Ärzten oder Anwälten funktionieren, das sich gegenseitig Aufträge zuhält. Deshalb ist die Spezialisierung bei uns so zentral. Wer sich einfach "Marketing-Spezialist" nennt und vorgibt, alles zu können, ist bei uns am falschen Ort.
Dennoch: Um erfolgreich zu sein, ist eine grundlegende Verhaltensänderung seitens Ihrer Mitglieder nötig. Wie wollen Sie die erreichen?
Das ist tatsächlich eine grosse Aufgabe. Wir halten gemeinsame Workshops ab, in denen wir zeigen, dass man gemeinsam stärker ist. Daneben publizieren wir einen Newsletter für 120 Interessierte, wo man aktuelle Neuigkeiten findet. Ausserdem veranstalten wir Info-Anlässe für Neumitglieder sowie sogenannte Eat-and-Meet-Treffen zum Kennenlernen. Und letztens ist die Website asqua.ch so etwas wie unser Credo.
Wie vermeiden Sie Konkurrenz innerhalb des Netzwerks?
Der Konkurrenzkampf ist bei uns nur bedingt ein Thema. Wir haben den Markt nach einer Analyse in 120 Bereiche gegliedert und gesehen, dass sich bei unseren derzeit vierzehn Mitgliedern keine Überschneidungen ergeben. Im Grunde gibt es für jedes Projekt einen Verantwortlichen mit Kundenkontakt. Wenn sich zwei zusammentun, machen sie miteinander einen Vertrag. Bei Bedarf können administrative Aufgaben an die Asqua delegiert werden. Eine Gewinnausschüttung gibt es im Gegensatz zu klassischen Netzwerken aber nicht, wir sind als Non-Profit-Verein organisiert. Inwiefern jemand bei einem Projekt Ressourcen aus dem Netzwerkt zuzieht, und welche das sind, bleibt ihm selber überlassen. Wichtig ist, dass die Chemie stimmt. Deshalb wird das Netzwerk besser, je mehr Partner es hat. Jedes Mitglied bleibt aber selbstständig.
Asqua besteht seit drei Monaten. Warum hat man bis jetzt noch nichts von Ihnen gehört?
So ein Gefüge braucht erst einen guten Stand, das heisst Klarheit und Einigkeit über das operative Vorgehen. Werber tendieren ja dazu, etwas vorschnell zu kommunizieren. Wir wollen das Ganze dezent und sachlich angehen und uns über die Arbeit profilieren. Im Grunde genommen zählt die Leistung.
Was führte zur Gründung von Asqua? Die Verzweiflung über die schlechte Auftragslage?
Die schlechte Wirtschaftslage ist nur bedingt ein Grund. Wir wollen Akzente setzen und zeigen, dass wir viel Positives machen können. Trotzdem ist es schon so, dass Kunden im Moment nicht von alleine kommen -- wir müssen ihnen den Mund wässrig machen, womit sich viele Kollegen aus der Branche schwer tun. Deshalb ist es besser, wenn sich ein paar Leute zusammensetzen und ein gutes Angebot auszuarbeiten versuchen. Ich weiss aus Erfahrung, welche Kräfte das freisetzen kann. Darum bin ich auch überzeugt, dass das Netzwerk nach einem ökonomischen Aufschwung nicht zusammenbrechen wird.
(Interview: Alain Egli).
Asqua:
Die Asqua ist als HR-eingetragener Verein strukturiert, dessen Vorstand sich wie folgt zusammensetzt: Präsident: Alexander J. Brosi (micado marke'think), Vizepräsidentin: Christine Hinnen (wörtlich), Finanzen: Eric Zeller (zellcom Communications), Ressortleiterin Fachkommissionen: Sandra Kaspar (SK Communications), Ressortleiter Sozialkommkommission: Christian Höfliger (Höfliger Foto), Strategische Planung: Peter Metzinger (4C Campaigning an Crisis Communications Consulting GmbH), Newsletter: Roger Hausmann (Schreib/werk/statt GmbH).

