13.03.2006

Euro 2008

Welche Marketing-Aktivitäten Zürich plant

Die Stadt hofft auf den "Korea-Effekt".

Mit einem Beitrag von 72 Millionen Franken soll der Bund die Fussballeuropameisterschaft 2008 in der Schweiz unterstützen. Die vier Stadtpräsidenten der Austragungsorte Bern, Basel, Genf und Zürich fordern vom Bund zusätzlich 17 Millionen für eine Standortpauschale. Wie die SonntagsZeitung berichtete, soll der Bund der Euro 2008 mit millionenschweren Image- und Begeisterungskampagnen aus dem Stimmungstief verhelfen. Zürich etwa fordere drei Millionen Franken für eine Imagekampagne, die "Begeisterungskampagne gegen innen" koste allein in Zürich 1,5 Millionen, schreibt die SonntagsZeitung. Ihr Kommentar dazu: "Verordnete Begeisterung ist schlimmer als Gleichgültigkeit. Das erinnert an Aufzeichnungen von TV-Sendungen und an Mai-Demonstrationen der Werktätigen im realen Sozialismus".

Doch welche Marketing-Aktivitäten fassen die Städte tatsächlich ins Auge? "persoenlich.com" hakte bei der Stadt Zürich nach. "Wir wollen den Leuten sicherlich nicht beibringen, wie oder wann sie jubeln müssen", sagt Daniel Rupf, Euro 2008-Delegierter der Stadt Zürich. Er widerspricht dem Bericht der Sonntagszeitung: "Nicht allein die Werbekampagne kostet drei Millionen, vielmehr sind eine Reihe anderer Aktivitäten geplant, einige davon in Zürich und der Region. Andere wiederum betreffen internationale Kampagnen und Auftritte in Zusammenarbeit mit Zürich und Schweiz Tourismus. Diese Aktivitäten und Massnahmen erstrecken sich über die nächsten Jahre bis zur EURO 2008."

Unter anderem will die Stadt Zürich dafür sorgen, dass auch jene Fussballfans, die keine Tickets für die Spiele erhalten, in die Europameisterschaft eingebunden werden. In Zürich sollen die Spiele während der Euro auf Grossbildleinwänden für ein Massenpublikum auch abseits der Stadien gezeigt werden. Daneben sollen unter anderem bereits im Vorfeld der Euro 2008 zum Beispiel in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sport, dem SFV und den Schulen Bewegungsförderungsprogramme lanciert und Kreativ-Wettbewerbe durchgeführt werden.

Weiter wollen die Städte die Möglichkeit nutzen, vor und während der Europameisterschaft das mediale Interesse auf die Standorte und die Schweiz zu kanalisieren. Rupf zieht den "Korea-Effekt“ bei, um die Forderungen der Städte zu begründen: Korea hatte im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2002 diverse Marketing-Anstrengungen unternommen und während der WM 2002 auf ein attraktives Rahmenprogramm gebaut. Das zahlte sich in der Folge aus. Die Bilder von feiernden Fans aus Korea sind um die Welt gegangen, während Japan weit weniger ins mediale Blickfeld geriet.


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