Welche Rolle spielen heutzutage Promotionen im Markt der täglichen Konsumgüter, sprich Lebensmittel, Getränke, Körperpflege- und Hygieneprodukte sowie Wasch- und Reinigungsmittel? Dieser Frage ist das Marktforschungsunternehmen ACNielsen nachgegangen. Aus einer aktuellen schriftlichen Befragung durch die Panelisten geht eindeutig eine Präferenz der Schweizer zu "Qualität" hervor.
So antworteten 50 Prozent zustimmend auf die Frage, ob man sich beim Essen und Trinken manchmal ganz bewusst die beste Qualität leiste. Nur 19 Prozent äusserten sich in dieser Frage ablehnend. Auch eine überdurchschnittliche Ausgabefreudigkeit für besondere Qualität bei Lebensmitteln ist mit über 45 Prozent Zustimmung festzustellen. Das darf allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass die KonsumentInnen beim Einkauf von Produkten des täglichen Lebens fast zur Hälfte nicht stärker auf die Marke als den Preis achten.
Die Preissensibilität der Schweizer KonsumentInnen kommt dann aber unmissverständlich zum Ausdruck bei der Frage, ob beim Einkauf von Produkten des täglichen Lebens auf Sonderangebote geachtet werde. Eine Zustimmung von über 83 Prozent beweist die hohe Relevanz von Promotionen zum heutigen Zeitpunkt.Basierend auf einer Untersuchung in rund 120 von ACNielsen erfassten Warengruppen (ohne Frischprodukte!) wurde ein aktueller wertmässiger Anteil von knapp 30 Prozent des Umsatzes ermittelt, der durch Promotionen generiert wird.
Ein Vergleich dieser 12 Monate von Mai 2003 bis April 2004 zur rollierenden Jahres-Periode bis April 2002 zeigt ein Wachstum von gegen 12 Prozent des ursprünglichen Anteils, der bereits über einem Viertel des Gesamtumsatzes lag. Sehr interessant ist es, dass eigentlich alle bedeutenden Einkaufsstätten (ausser den Warenhäusern) ihren wertmässigen Promotionsanteil innerhalb der letzten zwei untersuchten Jahre steigerten.
Ein Blick in ausgewählte Kategorien zeigt grosse Unterschiede sowohl in der Entwicklung des Promoshares als auch im aktuellen Anteilsniveau. Mit dem grössten Zuwachs in Near-Food-Bereich agieren die Anbieter von Badezusätzen. Bis zur Erreichung des durchschnittlichen Anteils von 38 Prozent im Near-Food-Bereich bleibt noch ein schönes Restpotential.
Interessant ist der Vergleich zwischen Zahnbürsten und Zahnpasten. Während die Zahnbürsten trotz einer knapp 20 Prozentigen Zunahme auf "nur" 40 Prozent Anteil gelangen, halten sich die Zahnpasten mit einer nur marginalen Ausweitung auf 47 Prozent promotionsbedingtem Umsatzanteil. Unter den wenigen Warengruppen mit abnehmendem Promotionsanteil wurden insbesondere Seife und Küchenreiniger gefunden.
Ihr Anteil liegt wesentlich unter dem Mittelwert ihres Gesamtbereiches (Near-Food = 37.8 Prozent). Innerhalb der Food-Kategorien fallen hinsichtlich der Steigerungen der Promoanteile insbesondere die Alcopops ins Auge. Mit je gut 20 Prozent Zuwachsraten ihres wertmässigen Promo-Anteils präsentieren sich die Warengruppen Tee und Chips.

