Die globale, für 1.2 Milliarden Menschen repräsentative Bevölkerungsbefragung "Voice of the people 2004 von WEF World Economic Forum Davos und Gallup International, zeigt einen enormen Mangel an Vertrauen der jeweiligen Bevölkerung in ihre Wirtschaftsführer und Politiker. 50'000 Befragte aus über 60 Ländern sind von den Mitgliederinstituten von Gallup International in der Zeit von Juni bis August 2004 befragt worden.
Weltweit geniessen die Wirtschaftsführer zwar ein etwas besseres Ansehen als die Politiker. Doch ist das Image beider Gruppen von Leadern äusserst ungünstig:
Fast zwei von drei Befragten (63 Prozent) in über 60 Ländern dieser Erde empfinden die Politiker als unehrlich. Dieses Urteil wird für die Wirtschaftsführer aber auch von 43 prozent der Befragten gefällt. 60 Prozent der Befragten finden, dass die Politiker zu viel Macht und Verantwortung haben, ein Urteil das bei den Wirtschaftsführern von 49 Prozent der Befragten abgegeben wird.
Das Nachgeben auf Druck von Mächtigen wird 57 Prozent der Politiker und 49 Prozent der wichtigen Wirtschaftsführer vorgehalten. Ein unethisches, unmoralisches Verhalten glauben die Befragten weltweit bei 52 Prozent der Politiker und bei 39 Prozent der leitenden Persönlichkeiten der Wirtschaft festzustellen.
Weniger harte Stimmen werden für die Kompetenz der Persönlichkeiten abgegeben: Als unfähig/ unkompetent werden 39 Prozent der Politiker und 22 Prozent der Wirtschaftsführer bezeichnet. Eine zu grosse Empfindlichkeit auf die öffentliche Meinung sehen bei den Politikern 35 Prozent der Befragten, bei den Wirtschaftsführern 26 Prozent.
Vergleich des Vertrauens in die Politiker zwischen der Schweiz und Westeuropa
Das Image der Politiker ist in der Schweiz und in Westeuropa weitgehend deckungsgleich. Der harte Vorwurf der Unehrlichkeit, der weltweit den Politikern von 63 Prozent der Befragten vorgehalten wird, erscheint in Westeuropa bei 37 Prozent aller Befragten, in der Schweiz bei 26 Prozent. Auch das Urteil "unfähig/unkompetent, das in der Gesamtheit der 60 Länder von 39 Prozent der Befragten über die Politiker gefällt wird, erscheint in Westeuropa "nur bei 26 Prozent, in der Schweiz bei 23 Prozent der Befragten.
Die Feststellung einer zu grossen Empfindlichkeit auf die öffentliche Meinung wird in der Schweiz mit 44 Prozent unverhältnismässig häufig gegenüber Westeuropa (30 Prozent) und der Gesamtheit der 60 Länder allgemein (35 Prozent) gemacht. Der Vorwurf eines unethischen/ unmoralischen Verhaltens wird den Politikern in der Schweiz von 40 Prozent, europaweit von 46 Prozent, weltweit von 52 Prozent gemacht.
In der Schweiz wird anderseits ein Nachgeben auf den Druck von mächtigeren Menschen von 64 Prozent der Befragten überdurchschnittlich häufig festgestellt. In Westeuropa glauben 53 Prozent, weltweit 57 Prozent der Befragten, dass die Politiker dem Druck von Mächtigeren nachgeben. Zu viel Macht/zu viel Verantwortung sehen 42 Prozent der befragten Schweizer gegenüber 56 Prozent der Westeuropäer und 60 Prozent der Befragten in allen 60 Ländern.
Das Vertrauen in die Wirtschaftsführer / Vergleich zwischen der Schweiz und Westeuropa
Auch beim Vertrauen der Bevölkerung in die führenden Wirtschaftsführer sind die Unterschiede zwischen dem Urteil der Eidgenossen und der Gesamtheit Westeuropas nicht erheblich: Die Kritik der fehlenden Kompetenz der führenden Wirtschaftsleute erscheint bei 20 Prozent der Schweizer, bei 17 Prozent der Westeuropäer allgemein.
Eine Empfindlichkeit auf die öffentliche Meinung sehen bei den Wirtschaftsführern in der Schweiz 27 Prozent der Befragten, in ganz Westeuropa nur 17 Prozent. Rund 43 Prozent der Befragten, sowohl in der Schweiz, wie in Westeuropa allgemein bezeichnen das Verhalten der Wirtschaftsbosse als unethisch/unmoralisch, rund 40 Prozent als unehrlich.
Die Schweizer glauben mit 66 Prozent auch stärker an zu viel Macht bei den Führern in der Wirtschaft als die Westeuropäer allgemein (57 Prozent). Der Vorwurf des Nachgebens auf den Druck von Stärkeren wird in der Schweiz den Wirtschaftsführern von 61 Prozent der Befragten häufiger gemacht als in Westeuropa (52 Prozent).

