Ausgerechnet die steigende Verbreitung von digitalen Videorekordern (DVR) hat dafür gesorgt, dass die Werbeplätte für die Super Bowl im Februar 2008 schon jetzt nahezu ausverkauft sind. Der Ansturm auf die Werbeplätze reflektiere die zunehmende Bedrohung für die Werbebranche durch den Trend zum Zeit versetzten Konsum von TV-Sendungen und dem Überspringen der Werbepausen, berichtet das Wall Street Journal. Die Werbeindustrie verlegt ihre Aufmerksamkeit deshalb auf grosse TV-Events, die eher live angeschaut als aufgenommen werden.
In den USA ist die Zahl der Haushalte, die über einen digitalen Videorekorder verfügen, im vergangenen Jahr von neun auf 20 Prozent geklettert. Die Verbreitung der DVRs hat bereits für Wirbel bei der Reichweitenerhebung von TV-Sendungen und Werbespots gesorgt. Im Ringen um Werbeeinnahmen sind die DVR-Haushalte für die TV-Sender eine nennenswerte Zielgruppe. Die Werber bemängeln allerdings, dass beim Ansehen der Aufzeichnungen die Werbung übersprungen werde.
Das Interesse an der Super Bowl ist freilich ohnehin enorm. Der Event hat allein bei der letzten Auflage gut 93 Mio. US-Amerikaner vor die Bildschirme gelockt. In den vergangenen Jahren haben sich die Werber aufgrund von drastischen Preiserhöhungen bei den Spots eher zurückgehalten und darauf gehofft, dass die TV-Sender -- je näher das Ereignis rückt -- Nachlässe gewähren würden. Mittlerweile stehen nach Schätzungen von Experten nur noch fünf bis sieben Werbeslots für den wahrscheinlich weltweit grössten Werbeevent im Fernsehen zur Verfügung. Ein 30-Sekunden-Spot ist übrigens in diesem Jahr für 2,7 Mio. Dollar zu haben. Allerdings gibt es Rabatte für Grosshändler. (pte)

