19.10.2008

Halloween

Werber nutzen Wirtschaftsflaute als Gruselfaktor

Monster von Sparangeboten als Marketinginstrumente abgelöst.

Das diesjährige Halloween-Geschäft hat einen neuen Gruselfaktor hervorgebracht. In den USA setzen die Handelsketten nicht wie bislang auf Monster und Geister zum Bewerben von Halloween-Produkten, sondern stellen die wirtschaftlichen Turbulenzen in den Mittelpunkt. Anstatt Kostüme, Filme und Merchandise-Artikel mit Sujets wie Fledermäusen oder Gespenstern zu vermarkten, greifen die Werbetreibenden dieses Jahr auf die Ängste der Menschen vor der Finanzkrise und deren Folgen zurück. So finden sich bei grossen Konzernen wie Wal-Mart vermehrt Spar- und Schnäppchenangebote, um das Halloween-Geschäft anzukurbeln, berichtet die "New York Times".

Geworben wird nun mit Phrasen wie "Monster Ersparnis" oder "Gruselige Specials". "Wir sehen, dass unsere Kunden aufgrund der wirtschaftlichen Lage demselben Druck ausgesetzt sind wie alle anderen auch", sagt Jim Ensign, Vizepräsident Marketing bei der Pizzakette Papa John's, die unter anderem mit dem Slogan "Zum Fürchten gute Angebote" wirbt. Man wolle daher gerade jetzt den Konsumenten preiswerte Produkte bieten. Auch Visa setzt in den USA auf Halloween-Marketing im Schnäppchenstil. Das Unternehmen verschickt E-Mail-Newsletter, in denen von "Halloween-Ersparnissen" die Rede ist, die "so unglaublich sind, dass es fast zum Fürchten ist".

Dass die US-Händler den Spargedanken so sehr in den Mittelpunkt ihres Halloween-Geschäfts rücken, liegt nicht zuletzt an den Ergebnissen jüngster Konsumentenbefragungen. Aus diesen geht hervor, dass die Kunden ihre Ausgaben für verzichtbare Produkte derzeit deutlich zurückschrauben. In einer TNS-Umfrage gaben zum Beispiel 29 Prozent der Konsumenten an, ihre in diesem Jahr weniger für Halloween ausgeben zu wollen.

Natürlich setzen trotz alledem viele Medien und Unternehmen nach wie vor auch auf Gespenster und ähnliches, um bei den Kunden zu punkten. Mehrere US-Kabelsender werben zur Zeit beispielsweise mit der Ausstrahlung von Horror-Klassikern und speziellen Grusel-Shows. "Angesichts der Finanzkrise wollen die Menschen entfliehen und über etwas anderes nachdenken", meint Dave Howe, President des Sci Fi Channel. Der Sender hat insgesamt 250 Stunden Film- und Showprogramm unter dem Titel "31 Days of Halloween" angekündigt. (pte)


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