Begleitet von Kamelen und Lamas, den Transportmitteln aus einer anderen Welt, hat der Zoo Zürich am Mittwoch die Werbetrommel für seine geplante Gondelbahn gerührt. Diese soll dereinst das teils prekäre Verkehrsproblem zum Tierpark lösen. Mit vielen kleinen Schritten wurde in den letzten Jahren das wachsende Verkehrsproblem zum Zoo verbessert. So wurde am traditionellen Medienapéro gezeigt, dass sich mit den neuen niederflurigen Trams mit Sänften nicht nur Kinderwagen und Rollstühle, sondern spielend auch ein Lama ins Tram spedieren lassen.
Grundsatzentscheid im Kantonsrat
Komforttrams, dichtere Fahrpläne oder bessere Haltestellen reichen aber bei weitem nicht, um das sich verschärfende Verkehrsproblem zu lösen, wie Zoo-Direktor Alex Rübel betonte. So reichten an rund 30 Tagen im Jahr die 1000 Parkplätze in einem grossen Radius um den Zoo nicht mehr. Nötig seien deshalb weitere Investitionen in den Öffentlichen Verkehr.
Die Idee einer zweiten Zugangsachse zum Zoo vom Bahnhof Stettbach aus mittels Seilbahn ist zwar alles andere als neu. Dazu stehen jetzt aber erste politische Entscheide an, weshalb der Zoo die Werbetrommel rührt. Notwendig ist der Eintrag des neuen öffentlichen Verkehrsmittels im kantonalen Richtplan. Dieser befindet sich zurzeit im Kantonsrat in Revision.
Keine öffentliche Finanzierung
Dafür machte sich vor den Medien auch Zoo- Verwaltungsrat und SVP-Kantonsrat Willy Haderer stark. Mit der Glattalbahn werde der Knotenpunkt Stettbach in Dübendorf attraktiver. Auch das spreche für die geplante rund zwei Kilometer lange Gondelbahn. Laut Haderer muss das Parlament 2006 über die Aufnahme der Bahn in den Richtplan entscheiden. Eine Gefahr, dass der Antrag unter Beschuss kommt, sieht er nicht, zumal der Zoo das Projekt selber finanzieren will. Beim langwierigen Genehmigungsverfahren drohten jedoch Einsprachen durch Anwohner.
Die Bahn würde gemäss einem Vorprojekt rund 16,5 Millionen Franken kosten. Der Zoo will sie vollständig aus Sponsorengeldern finanzieren. Dazu gebe es bereits gute Signale aus der Wirtschaft. Auch die jährlichen Betriebskosten von rund 1 Million Franken lägen beim Zoo und nicht beim Zürcher Verkehrsverbund (ZVV), der die Gondelbahn jedoch in sein ÖV-Angebot integrieren würde. (sda)



