04.10.2012

Viva Schweiz

"Wir planen eine eigene Top Twenty"

Alexander Duphorn und Mark Specht im Gespräch.

Persoenlich.com hat sich mit Alexander Duphorn (CEO Goldbach Media) und Mark Specht (VP Sales BE Viacom GAS) getroffen und sich mit den beiden über ihre Pläne mit dem neulancierten Sender "Viva Schweiz" unterhalten. Das Interview:

Herr Duphorn, Herr Specht, Sie planen mit Viva Schweiz einen neuen Sender. Was haben Sie genau vor?

Mark Specht: Wir starten am 1. Oktober mit Viva Schweiz. Dabei handelt es sich nicht um einen Ableger, sondern um eine eigenständige Variante für die Schweiz, mit viel Swissness. Wir bieten sowohl Schweizer Musikstrecken als auch Schweizer Werbefenster. Wir werden ein umfangreiches Buket für das junge Publikum schaffen. Goldbach übernimmt die Vermarktung für alle Below-the-line-Aktivitäten, sprich für alles was mit Online, Sonderwerbeformen, Events, On-the-Ground-Aktivitäten, Konzertreihen, eigenen Festivals zu tun hat. Dies alles übernimmt Alex Duphorn mit seinen Mannen.

- Alexander Duphorn: Wir wollen bis zu zwanzig Prozent Schweizer Musik bringen, insofern wird Viva Schweiz in der hiesigen TV-Landschaft etwas anbieten, das es auf dem Schweizer Markt momentan noch gar nicht gibt.

Bis zu zwanzig Prozent tönt ja schön, könnte aber auch 2, 8 oder 15 Prozent Schweizer Musik bedeuten.

Alexander Duphorn: Im Vordergrund steht für uns nicht die 20-prozentige Quote, sondern ganz allgemein unser Ansatz, gute Schweizer Musik von Schweizer Talenten zu spielen. Letztendlich entscheiden das die Zuschauer, wobei wir schon davon ausgehen, dass der Anteil meistens Richtung 20 Prozent gehen wir... Denn Talente hat die Schweiz genügend.

Können Sie Swissness und Schweizer Content noch etwas konkretisieren?

Mark Specht: Wie gesagt, wir machen für die Schweiz ein eigenes Musikfenster. Zudem werden wir im nächsten Jahr auch einige On-the-ground-Aktivitäten, also lokale Events entwickeln. Ich kann noch nicht zuviel verraten, aber klarerweise steht bei diesen Events die Musik im Vordergrund. Momentan sind wir noch mit Sponsoren in Verhandlung.

- Alexander Duphorn: Wir planen auch eine Viva-Top-Twenty für die Schweiz, also eine für die Schweiz eigene Chart-Show. Wir wollen neben dem 20-Prozent-Musik-Anteil repräsentieren, was hierzulande gehört wird.

Wie sieht es denn bei den Schweizer Werbefenstern aus?

Alexander Duphorn: Es werden viele alte Bekannte sein, die hier werben; Unternehmen, die wir schon von Nickelodeon und Comedy Central kennen. Aber klar, wir sehen auch ein grosses Neukundenpotenzial, denn die Viacom-Sender legen seit jeher in Zusammenarbeit mit den Kunden eine grosse Flexibilität an den Tag, die sie für Partner interessant macht.

Bringen Sie auf dem Sender auch neue Gesichter, Schweizer Moderatoren?

Mark Specht: Die Diskussion darüber läuft. Bis auf den 1. Oktober wird das aber nicht der Fall sein, hierzu war der Vorlauf auch für uns zu knapp. Aber wir würden sehr gerne mit lokalen Gesichtern arbeiten.

Werden Sie auch Schweizer Musik jenseits von "Baschi-Mainstream" bringen?

Mark Specht: Ja, klar, dafür soll auch Platz sein. Aber wir müssen natürlich prinzipiell das senden, was ratet und das sind natürlich eher Mainstream-Künstler. Letztendlich wollen wir Werbezeit für unsere Kunden anbieten und unsere Kunden wollen möglichst viele Zuschauer.

- Alexander Duphorn: Dazu kommt, dass auch die Zuschauer entscheiden sollen. In der Swiss Top Twenty auf Viva werden aber nicht nur Schweizer Künstler stattfinden, sondern diejenigen Interpreten, die aktuell in der Schweiz am besten ankommen. Wir wollen ganz einfach die Musik bringen, die den Schweizern Spass macht.

Schweizer Musik und Schweizer Werbefenster sind am Anfang also die einzigen Spezialitäten für den Sender in der Schweiz?

Mark Specht: Nicht nur. Das Mediennutzungsverhalten von Jugendlichen ist eben ein anderes als dasjenige der Erwachsenen. Wir sehen in unserer Zielgruppe der Jugendlichen eine ganz grosse Bedeutung von On-the-ground-Aktivitäten. Je virtueller die medialen Strukturen, desto wichtiger wird das Moment des realen Zusammenkommens, wo direkte Kommunikation stattfinden kann. Zuhause vor dem Labtop lerne ich nun mal niemanden kennen. Für unsere Vorstellung von Swissness sind deshalb Events und On-the-ground-Aktivitäten sehr wichtig.

- Alex Duphorn: Es gilt zudem nochmals zu betonen: Bei Viva Schweiz gibt es eine komplett neue Musikzusammensetzung individuell für den Schweizer Markt.

Von wo aus arbeiten die Leute, die das Programm für Viva Schweiz bestimmen?

Mark Specht: Sowohl von Berlin aus, als auch in Zusammenarbeit mit Goldbach von Zürich aus.

Interview: Benedict Neff


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