01.02.2019

Admeira

«Wir verlängern unser Inventar bis an den POS»

Admeira steigt ins Aussenwerbegeschäft ein und entlässt zwölf Mitarbeiter – «weitestgehend im Backoffice-Bereich», wie CEO Bertrand Jungo im Gespräch sagt. Zudem erklärt er, warum Werbung in Apotheken und Drogerien so interessant ist.
Admeira: «Wir verlängern unser Inventar bis an den POS»
Bertrand Jungo ist seit Anfang 2018 CEO von Admeira. (Bild: zVg.)
von Michèle Widmer

Herr Jungo, zwölf Kündigungen, fünf Frühpensionierungen – gleichzeitig soll der Stellenetat gleich bleiben. Wie geht das auf?
Im Verlauf des letzten Jahres haben wir mehrere Stellen im digitalen Bereich geschaffen, die in die digitale Transformation einzahlen – auch im Zusammenhang mit Sales. Nun geht es in einer zweiten Phase um eine Effizienzsteigerung. Blickt man im Zeitraffer auf die vergangenen sieben Monate, zeigt sich eine Transformation in digitale Fähigkeiten beim Personal.

In welchen Bereichen fallen Stellen weg?
Die Kündigungen und Frühpensionierungen betreffen weitestgehend den Bereich Backoffice. Die Arbeitsprozesse, welche aufgrund der verschiedenen Mediengattungen in unserem Portfolio zu Beginn noch parallel liefen, konnten harmonisiert werden. Zudem konnten Arbeiten durch neue Tools automatisiert werden.

Vor zwei Jahren beschäftigte Admeira 300 Angestellte. Wie viele sind es nach der aktuellen Reorganisation noch?
Wir beschäftigen zurzeit 268 Vollzeitstellen. Bei uns arbeiten allerdings viele Mitarbeitende Teilzeit. Insgesamt sind wir somit in einer stabilen Situation. Aber wir müssen eine Umschichtung machen, damit wir den Kundenbedürfnissen Rechnung tragen können.

«So ist unmittelbar messbar, ob die Werbung auch Wirkung erzielt in Form von Abverkäufen»

Elf Kündigungen Anfang 2017, dann Ende 2017 eine Reorganisation und nun erneut 17 Stellen weniger. Wann kommt Admeira zur Ruhe?
Gegenfrage: Darf ein Unternehmen in diesem dynamischen Umfeld überhaupt zur Ruhe kommen oder muss es nicht das Ziel sein, sich ständig weiterzuentwickeln? In einer Transformation darf man nie zur Ruhe kommen, sonst wird es gefährlich. Was wir jetzt machen, ist eine Verfeinerung des Business-Unit-Ansatzes, welchen ich mit meiner Amtsübernahme Anfang 2018 initiiert habe. Wir ergänzen diesen mit Wachstumselementen und datengetriebenen Lösungen. In diesem Sinn optimieren wir das Unternehmen nicht, sondern wir versuchen mit stabilen Ressourcen mehr Wert zu kreieren und damit mehr Chancen für die Zukunft.

Mit der Partnerschaft mit Excom Media vermarktet Admeira auch Screens in Apotheken und Drogerien. Was macht die Präsenz hier interessant?
Mit den Screens verlängern wir unser TV- und Onlineinventar bis an den Point of Sale. Wir erreichen die Konsumenten dort, wo sie den Kaufentscheid fällen. Damit ist unmittelbar messbar, ob die Werbung auch Wirkung erzielt in Form von Abverkäufen. Wir haben ein wichtiges Kundensegment im Beauty- und Healthcare-Bereich. Für sie ist die Präsenz in rund 500 Apotheken und Drogerien also interessant.

«Das Ziel ist, die DOOH-Lösung auch anderen Branchen anzubieten»

Welche weiteren Schritte sind hier geplant?
Wir werden aus dieser ersten DOOH-Lösung unsere Lehren ziehen. Das Ziel ist, dies auch anderen Branchen anzubieten. Mit der exklusiven Partnerschaft mit Excom Media haben wir einen echten Vorsprung zur Konkurrenz.

Nach dem Ausstieg der SRG haben Swisscom und Ringier sich diesen Anteil aufgeteilt. Ist Admeira weiterhin auf der Suche nach neuen Aktionären?
Diese Offenheit ist eine Permanenz und hat weiter Gültigkeit.

Im Januar hat Admeira das Dynamic Pricing eingeführt. Sie präsentieren das neue Angebot zurzeit auf einer Roadshow. Wie reagieren die Kunden darauf?
Das ist eine europäische Erstinitiative in diesem Bereich. Und das Interesse bei den Kunden ist sehr gross. Sobald die Plattform «Marketplace Print» ab Anfang zweites Quartal in Betrieb ist, können Kunden und Agenturen damit selbstständig und live ihre Kampagnen planen und buchen.

Was bedeutet die Einführung der Plattform «Marketplace Print» für die Angestellten? Müssen die Aussendienstverkäufer um ihren Job bangen?
Nein, im Gegenteil. Die Fähigkeiten, Produkte mit all ihren Neuheiten zu erklären, ist weiterhin gefragt. Nur auf Basis einer guten Produktekenntnis kann der Kunde eine wirkungsvolle Kampagne buchen.

Mit dem Cross Media Check führen Sie ein neues Instrument zur Wirkungsforschung ein. Was macht dieses Tool besser als bisherige?
Das Instrument namens Cross Media Reach legte den Fokus hauptsächlich auf die Reichweitenmessung. Nun kann mit dem Cross Media Check zusätzlich die Wirkung der einzelnen Mediengattungen in einer crossmedialen Kampagne gemessen werden. Dieses Bedürfnis ist bei unseren Kunden sehr gross.



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