23.02.2024

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EURO 2025 als Booster für Schweizer Frauenfussball

Die UEFA Women’s EURO 2025 findet in der Schweiz statt. Für Turnierdirektorin Doris Keller geht es nicht nur um ein herausragendes Event. Der Grossanlass soll auch die Förderung des Frauenfussballs in der Schweiz zum Ziel haben. Über den Stand der Vorbereitungen und die Möglichkeiten für lokale Partner äussert sie sich im Interview.
Ausgabe 01/02 2024: EURO 2025 als Booster für Schweizer Frauenfussball
Doris Keller ist als Turnierdirektorin an vielen Fronten gefordert (Foto: SFV).

Frau Keller, am 2. Juli 2025 findet in Basel das Eröffnungsspiel der UEFA Women’s EURO 2025 statt. Wie gross ist die Vorfreude bei Ihnen als Turnierdirektorin?
Sie ist enorm! Die UEFA Women’s EURO 2025 ist ein herausragendes Event, und die Aussicht, dass dieses Turnier in der Schweiz stattfindet, erfüllt mich mit Stolz. Ich war jahrelang international im Fussball tätig. Es ist für mich sehr speziell, Teil dieses Turniers in meinem Heimatland zu sein und bei der Gestaltung mithelfen zu können. Dabei soll es nicht nur um sportliche Spitzenleistungen gehen, sondern auch um die Förderung des Frauenfussballs in der Schweiz.

Die UEFA und der Schweizerische Fussballverband haben für die Organisation und Planung der WEURO25 ein Joint Venture gegründet. Welche Vorteile bringt das mit sich?
Das Joint Venture mit der UEFA bringt eine starke Partnerschaft hervor, die sowohl lokale Expertise als auch internationale Erfahrung vereint. Die UEFA hat das Wissen, wie man ein solches Event organisiert, der SFV bringt das lokale Flair und die Swissness mit. Dies ermöglicht eine nahtlose Organisation und Planung, wodurch Synergien entstehen und was die Austragung der UEFA Women’s EURO 2025 auf höchstem Niveau gewährleistet.

Wie weit sind die Vorbereitungen, knapp eineinhalb Jahre vor dem Kick-off?
Derzeit befinden wir uns in einer entscheidenden Phase der Vorbereitungen. Diese verlaufen nach Plan. Wir arbeiten eng mit den Host Cities, den Stadionbetreibern, mit Schweiz Tourismus, den Kantonen und dem Bund zusammen, um sicherzustellen, dass Infrastruktur, Sicherheit, Verkehr, Logistik und Bewerbung des Turniers perfekt abgestimmt sind.

Wo liegen die grössten Herausforderungen?
Eine der grossen Herausforderungen ist sicher die limitierte Zeit, die wir haben, um sicherzustellen, dass alle Aspekte des Turniers organisiert sind und reibungslos ablaufen werden. Dazu gehören die Logistik, die Sicherheit der teilnehmenden Teams und Zuschauer sowie die Koordination mit den verschiedenen Städten und Stadien, die Teil der UEFA Women’s EURO 2025 sind.

Sie waren schon bei verschiedenen Turnier­organisationen dabei. Wie unterscheidet sich eine Frauen-EM von einem Männerturnier?
Eine Frauen-EM zeichnet sich durch eine besondere Atmosphäre aus. Das Zielpublikum ist ein anderes als bei einem Turnier der Männer. Wir erwarten, dass vor allem einheimisches Publikum, mehr Familien und Frauen an den Spielen sein werden. Die Spielerinnen bringen eine einzigartige Dynamik mit, und das Interesse am Frauenfussball wächst stetig. Die Faszination liegt in der Entwicklung und im Wachstum dieses Sports auf globaler Ebene.

Die Ziele sind ambitioniert: Alle Spiele sollen ausverkauft sein, gleichzeitig soll das  Turnier ein globaler Massstab für internationale Frauensportveranstaltungen werden. Wie werden Sie diese Ziele erreichen?
Wir haben uns hohe Ziele gesetzt und sind auch der Meinung, dass wir diese erreichen können. Wir wollen im Sommer 2025 ein Fussballfest organisieren – für Gäste aus der Schweiz wie auch aus dem Ausland. Diesen Frühling starten wir mit der Promotion für die UEFA Women’s Euro 2025 – gezielte Marketingaktivitäten, starke Partnerschaften und die kontinuierliche Förderung des Frauenfussballs.

Elf internationale Konzerne wie Amazon, EA Sports, Heineken oder Visa gehören zu den offiziellen globalen Sponsoren des Turniers. Welche Möglichkeiten bestehen für lokale Partner?
Nationale Partner sind für dieses Turnier sehr wichtig, gerade auch für die Promotion des Anlasses. Sie haben die Chance, aktiv an einem bedeutenden Sportereignis teilzunehmen. Die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern ist entscheidend, um eine erfolgreiche und authentische Integration des Turniers in die schweizerische Gemeinschaft zu gewährleisten. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, sich internationalen Fans zu präsentieren und auch langfristig Eindruck zu hinterlassen.

Können Sie uns bereits etwas über diese lokalen Partner verraten?
Zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht, wir haben mit dem Verkauf erst angefangen. Aber wie gesagt: Die lokalen Partner sind für uns sehr wichtig, da sie das Turnier in der Schweiz bewerben werden.

Werden hinsichtlich des Sponsorings auch neue Wege eingeschlagen, oder sind spezielle Formate angedacht?
Die UEFA verkauft seit der Saison 2017/2018 Sponsoringpakete von Männer- und Frauenturnieren getrennt, was auf sehr positives Echo gestossen ist. Und es hat vor allem den Frauenturnieren neue Partner gebracht, die in den Frauenfussball investieren wollen.

Kann ein solcher Grossanlass einen nachhaltigen Schub für den Schweizer Frauenfussball entwickeln, über eine steigende Zahl von Spielerinnen und Frauenteams hinaus – sprich, auch finanziell?
Absolut. Die UEFA Women’s EURO 2025 soll zweifellos einen nachhaltigen Einfluss auf den Schweizer Frauenfussball haben. Der Schweizerische Fussballverband zusammen mit der UEFA, aber auch den Host Cities finalisiert derzeit ein Legacy-Programm (Vermächtnis). Die erhöhte Sichtbarkeit und das gesteigerte Interesse werden nicht nur die Anzahl lizenzierter Spielerinnen erhöhen, sondern auch weitere finanzielle Möglichkeiten eröffnen, die langfristig für die Entwicklung des Frauenfussballs in der Schweiz wichtig sind. Davon sind wir überzeugt.


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