25.10.2004

Kurzfilmtage Winterthur

177 Kurzfilme in vier Tagen

Italien als Gastland.

177 Kurzfilme werden vom 11. bis 14. November in Winterthur gezeigt. Die Internationalen Kurzfilmtage im Casinotheater und im Kino Palace finden zum achten Mal statt. Zu Gast ist in diesem Jahr das Filmland Italien.

Schwerpunkt an den Kurzfilmtagen ist der Internationale Wettbewerb mit 40 Filmen aus 17 Ländern -- zehn Prozent mehr Filme als im letzten Jahr. Im Gesamtwert von 31'000 Franken verleiht eine Jury neben einem Publikumspreis drei Preise, wie die Organisatoren am Montag vor den Medien in Zürich mitteilten. Eine Auswahlkommission wählte die 40 Filme aus 1800 Werken aus. 1300 Kurzfilme wurden eingereicht, zusätzlich zu den eingereichten Filmen wurden an europäischen Kurzfilmfestivals weitere 500 angeschaut.

Carosello

Nicht nur im Internationalen Wettbewerb werden mehr Filme als bei den letztjährigen Kurzfilmtagen gezeigt: Das CHurzfilm-Programm mit Schweizer Kurzfilmen ist verdoppelt worden. Mit fünf Programmen ist Gastland Italien vertreten. Neben Kurzfilmen von Michelangelo Antonioni und Filmen über den Alltag in Sizilien werden italienische Werbefilme aus 20 Jahren gezeigt.

Zwischen 1957 und 1977 zeigte die italienische Fernsehstation RAI jeden Abend im Programm "Carosello" fünf kurze Werbefilme. Die damals als anrüchig geltenden Werbesendungen wurden kunstvoll in Geschichten verpackt. Oft wurde erst am Schluss bekannt, für welche Produkte geworben wurde. Hinter den Carosellos standen namhafte Regisseure wie Federico Fellini oder die Gebrüder Taviani. Stars wie Brigit Bardo oder Yul Brinner wirkten in den Werbespots mit. Die meisten der Filme waren einmalig und wurden nicht wiederholt.

Zensuriertes Material

Dem Regissuer Federico Fellini ist in Koproduktion mit Litera'thur und der CoalMine Fotogalerie zusätzlich ein Programm gewidmet. Neben Werbespots und Episodenfilmen wird zensuriertes Material gezeigt. Fellini schnitt vorsorglich alles heraus, von dem er annahm, dass es auf Ablehnung stossen könnte. So entfernte er etwa aus "Le notti di Cabiria" zwei Drittel wieder, von denen ein Teil in Winterthur gezeigt wird.

An den Kurzfilmtagen ist der britische Filmemacher John Smith mit fünf Experimentalfilmen zu Gast. Zudem werden Filme über die britische Musikszene gezeigt. Auch die kleinen Fans kommen mit "Kurze für Kleine" auf ihre Kosten. Das Programm zum Thema "Fressen und gefressen werden" wurde zusammen mit dem Kinderfilmklub Zauberlaterne organisiert. (sda)


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