28.03.2006

Tamedia

"2005 war ein gutes Jahr"

Für Wettbewerb mit anderen Gratiszeitungen gewappnet.

"2005 war für Tamedia ein gutes Jahr. Wir können Ihnen ein sehr erfreuliches Geschäftsergebnis präsentieren." Mit diesen Worten begrüsste Hans Heinrich Coninx die Medienleute zur Bilanzmedienkonferenz. Im vergangenen Jahr habe sich Tamedia in Richtung Romandie und Ostschweiz zu neuen Ufern aufgemacht.

Damit sprach Coninx einerseits die volle Übernahme von 20 Minuten und die Expansion nach St. Gallen wie auch die Lancierung von 20 Minutes in der Romandie an. Andererseits hat sich Tamedia am Verlag des Winterthurer Landboten beteiligt und die Huber & Co AG, Frauenfeld, welche die Thurgauer Zeitung verlegt, übernommen.

Der Kauf der Gratiszeitung 20 Minuten und des Thurgauer Verlags sind auch hauptsächlich dafür verantwortlich, dass Tamedia 2005 den Umsatz um 14.7 Prozent auf 650 Millionen Franken steigern konnte. Es ist das erste Mal seit dem Jahr 2000, dass Tamedia den Umsatz steigern konnte. Der Gewinn erhöhte sich auf 79.7 Millionen Franken nach 51.2 Millionen Franken im Vorjahr.

Das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich überproportional von 63.1 Millionen Franken auf 95.2 Millionen Franken. Vom guten Ergebnis profitieren auch die Aktionäre. Der Verwaltungsrat des drittgrössten Schweizer Verlags beantragt der Generalversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 2.50 Franken pro Aktie.

Währenddem die Bilanzmedienkonferenz bei Tamedia im Gange wahr, gab Ringier offiziell bekannt, dass noch vor dem Sommer eine Gratiszeitung für den Abend mit dem Namen "heute" lanciert wird. Martin Kall gab sich selbstsicher und meinte: "Wir sind für den Wettbewerb mit kommenden Gratiszeitungen gewappnet."

Auch in Sachen Akquisitionen ist bei Tamedia der Prozess anscheinend noch nicht abgeschlossen. "Wir haben eine lange Wunschliste, aber es braucht immer zwei", so Kall. Man wolle finanziell aber so dastehen, dass jederzeit Akquisitionen möglich seien.

Erfolg bei Zeitungen, Verlust bei Zeitschriften

Allein in der Sparte Zeitungen erhöhte sich der Umsatz wegen 20 Minuten und der Thurgauer Zeitung um 29.6 Prozent auf 4456 Millionen Franken; der Betriebsgewinn (EBIT) stieg um mehr als die Hälfte auf 71.7 Mio. Franken. Die Sparte trug gemäss Tamedia mit 68.6 Prozent zum Gesamtumsatz bei.

Bei den Zeitschriften brach der Betriebsgewinn um 21.6 Prozent auf 6.7 Millionen Franken ein. Der Umsatz sank wegen des Verkaufs der Kinderzeitschrift Spick an Künzler Bachmann um 3.6 Prozent auf 87.1 Millionen Franken. Marin Kall, Vorsitzender der Tamedia-Unternehmensleitung, erwähnte, dass vor allem das Nachrichtenmagazin Facts die Erwartungen nicht erfüllt habe und durch Verluste das Ergebnis belaste.

Bei den elektronischen Medien konnte der Betriebsverlust von 5.6 Millionen auf 3.2 Millionen Franken vermindert werden. Unbefriedigend entwickelte sich für Tamedia Radio Basilisk, dessen Wert um 7 Millionen Franken berichtigt werden musste. Ohne diese Abschreibung hätte die Sparte auf Stufe EBIT gemäss Tamedia schwarze Zahlen erreicht.

Rückbesinnung auf Kerngeschäft Zeitung

Im laufenden Jahr erwarte Tamedia für die Printmedien keine wesentlichen Impulse aus dem Werbemarkt. Der Verlauf der ersten drei Monate 2006 bestätige diese Einschätzung. Im Kadermarkt Alpha habe sich die positive Entwicklung fortgesetzt. Im Vergleich zu früheren Konjunkturerholungen entwickle sich der Stellenmarkt verhalten. Dessen Wachstumspotenzial werde wegen vermehrter Stellenausschreibungen im Internet, von denen die Tamedia-eigene Stellenplattform jobwinner.ch profitiere, jedoch begrenzt bleiben.


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