03.02.2015

LikeMag

"65'000 Exemplare gehen immer weg"

Gründer Sandro Proietto über Strategie und Expansionspläne.
LikeMag: "65'000 Exemplare gehen immer weg"

Herr Proietto, was ist LikeMag eigentlich genau?
LikeMag ist eine führende Social Content Plattform, die auch als Printversion erscheint. LikeMag ist aber auch eine Partyreihe, jeweils einmal pro Monat am Erscheinungsdatum der Zeitung feiern wir im Mascotte in Zürich.

Wie viele Personen arbeiten für Ihr Unternehmen und was ist deren Job?
Wir haben vor zwei Jahren mit einer Person begonnen. Mittlerweile arbeiten 15 Personen bei LikeMag. Sie arbeiten in verschiedenen Bereichen wie Redaktion, Technik, Grafik, Kampagnenmanagement, Video-Content und Verkauf.

Wie funktioniert das System genau? Wie verdient LikeMag Geld?
LikeMag verdient sein Geld wie jedes andere Medium auch durch Werbung. Unsere Kunden buchen Banner und Native Ads sowie Inserate und Sponsored Stories. Sämtliche relevanten Netzwerke sind online eingebaut und auch programmatisch ist LikeMag.com buchbar. Den Hauptfokus setzen wir jedoch ganz klar in den Bereichen Native Ads und Bewegtbild. Alle unseren internen Prozesse sind auf Native Advertising ausgerichtet und mit ca. 3 Millionen Video-Playouts besitzen wir einen riesigen Video PreRoll-Inventar. Last but not least können wir unseren Kunden auch attraktive Sampling-Aktionen anbieten. Da wir einen Teil unserer Printauflage über unseren Partner Pizza-Blitz verteilen, können wir Produktmuster abgeben. Auch die Präsenz an der Party im Mascotte wurde oft gewünscht und umgesetzt.

Wer sind Ihre wichtigsten Konkurrenten? Und was haben Sie denen voraus? Reichweite?
LikeMag ist aktuell noch eine reine Unterhaltungsplattform. International sehen wir Buzzfeed, Mashable, Huffington Post als Hauptkonkurrenten, in der Schweiz aktuell 20 Minuten und Blick.

Versorgen Sie immer noch Medienmarken wie Watson mit Klicks?
Nein, nicht mehr. Mittlerweile haben wir auch auf Kundenseite genügend Einnahmen. Wir können den Traffic nun für uns selber nutzen.

Das Heft gilt eher als "Boxenhüter". Man sieht kaum jemanden mit dem Heft in der Hand. Ist das nicht schädlich für die Marke?
Die Auflage von 65'000 Exemplaren geht immer weg. Wir befüllen die 15 Boxen in Zürich reichhaltig zwei Mal pro Woche und haben keine Remissionen. Trotzdem wollen wir noch schneller vergriffen sein und werden das LikeMag ab Februar, in der ersten Ausgabe des Jahres pendlerfreundlicher als Zeitung im Tabloidformat rausgeben. Auch der Inhalt wird den Gegebenheiten angepasst, das heisst Online- und Printredaktion werden fusioniert. Social Content und Unterhaltung werden ins Zentrum rücken – viel Facebook, viel Instagram, viel WhatsApp und viele Fotostories. Es wird eines der innovativsten Printprodukte der letzten Jahre werden.

Man hört, Sie expandieren. Wo ist das Heft überall erhältlich?
Ja, wir stellen noch diesen Februar Verteilboxen in Bern auf, dann folgt Basel, wo uns die Bewilligung schon vorliegt.

Auch online sollen neue Märkte erschlossen werden. Nach Spanien peilen Sie den Balkan an. Wie funktioniert das genau?
Wir haben letzten Oktober Spanien lanciert und Serbien jetzt im Januar diesen Jahres. Bis Ende März soll Frankreich folgen, was auch für die französisch-sprachige Schweiz gut ist. Und dann Italien bis Ende Juni. Wir beschäftigen jeweils eine Redaktion in den jeweiligen Ländern, die genau dasselbe tut, wie wir hier für den DACH-Raum.

Wie gross ist der Anteil von Videos und wie läuft das Geschäft mit Native Advertising?
Wie schon erwähnt können wir ein Video-Inventar von ca. 3 Millionen Playouts im Monat vorweisen und das Geschäft mit Native Advertising läuft sehr gut. Zu unseren Kunden gehören SBB RailAway, Valora mit der Marke ok.-, Maestrani mit Minor, Haribo, Mentos, newhome.ch, Warner Bros., Unilever mit Axe, ASUS usw. Unter der Rubrik "Sponsered" kann man sich einige dieser Kampagnen auch online ansehen.

Mich selber sprechen die Inhalte von Like Mag nicht besonders an. Wie gut kennen Sie Ihre Konsumenten eigentlich? Wer ist das?
LikeMag bedient über diverse Distributionskanäle eine Vielzahl unterschiedlicher Zielgruppen, die laufend ausgebaut werden. Bei einer solch grossen Masse fällt es mir schwer, eine Kernzielgruppe zu nennen. Laut den demografischen Merkmalen auf Google Analytics liegt diese zwischen 18 und 54 Jahren. Der grösste Anteil zwischen 25 und 34 Jahren. 68 Prozent Frauen, 32 Prozent Männer. Laut Google Analytics besuchen uns jeden Monat weit über 3 Millionen einzelne Menschen. Sie bleiben im Durchschnitt 3,20 Minuten auf unserer Plattform und führen zu über 10 Millionen Seitenbesuchen.

Oder anders gefragt: Wie gehen Sie mit der Kritik in punkto Relevanz um?
LikeMag verfügt für unsere diversen Zielgruppen über eine sehr hohe Relevanz. Unser Content ist für diese Personen sogar so gut, dass sie ihn in ihrem Umfeld teilen. Der Begriff Relevanz muss von klassischen Verlagen meines Erachtens grundsätzlich überdacht werden. Tatsache ist, dass die klassischen Medien Millionen von Menschen nicht mehr erreichen. Wir befinden uns mitten in einem Strukturwandel in Richtung Social und Mobile. Herkömmliche News- und Unterhaltungsformen werden als Folge noch mehr Mühe haben, ihre Leser erreichen zu können. Das sollte man nicht nur auf Medienkongressen und Podien diskutieren, sondern auch im realen Alltag akzeptieren.

Fragen: Adrian Schräder//Bild: zVg

 


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