20.09.2006

Tages-Anzeiger

Abbau von 24 Stellen

Bei den zentralen Redaktionsdiensten wird gespart.
Tages-Anzeiger: Abbau von 24 Stellen

Im Hinblick auf die Lancierung der vier neuen Regionalausgaben am 6. November 2006 spart der Tages-Anzeiger bei den Zentralen Redaktionsdiensten. Bis Mitte 2007 werden insgesamt 24 Stellen abgebaut, die Hälfte davon bis Ende März. Die beschlossene Reorganisation erfolge im Rahmen der bereits im März 2006 angekündigten Umlagerungen und Einsparungen zur Teilfinanzierung der Regionalausgaben, teilt das Zürcher Medienhaus mit.

Der Fahrplan sieht vor, dass bis Ende März 2007 12 Stellen abgebaut werden, davon 7 Stellen (9 Mitarbeitende) im Bereich Layout und 5 Stellen (6 Mitarbeitende) in der Dokumentation. In einer zweiten Phase werden bis Mitte 2007 weitere 12 Stellen in Korrektorat und Layout abgebaut. Im Gegenzug werden durch den Aufbau der Regionalredaktionenen 70 neue Stellen geschaffen.

Schliessung der Dokumentation

Der Stellenabbau in der Dokumentation ist gleichbedeutend mit der Schliessung der Abteilung. Damit werden laut Tages-Anzeiger die Konsequenzen aus dem technologischen Fortschritt gezogen. Der Ausbau elektronischer Archive habe in den letzten Jahren zu einem stetigen Rückgang der Anfragen bei der Tages-Anzeiger-Dokumentation und in der Folge zu mangelnder Auslastung geführt.

Produzentensystem wird eingeführt

Im Hinblick auf die Lancierung der vier neuen Regionalausgaben am 6. November 2006 führt der Tages-Anzeiger ein Produzentensystem ein. Der im letzten Jahr durchgeführte Release beim Tages-Anzeiger-Redaktionssystem RITA ermögliche kürzere Arbeitsabläufe im Bereich Produktion. Mit der Einführung des Produzentensystems setze der Tages-Anzeiger diese neuen Möglichkeiten nun um. So gestalte in Zukunft der Layouter die Seiten direkt in Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Produzenten. Diese würden in den kommenden Monaten entsprechend geschult. Das Produzentensystem hat sich gemäss Tages-Anzeiger bei der Regionalausgabe für das linke Zürichsee-Ufer bereits bewährt.

Wie der Tages-Anzeiger weiter mitteilt, wird parallel zur Einführung des Produzentensystems eine Projektgruppe die Weiterentwicklung des jetzigen Redaktionssystems und gegebenenfalls den Bedarf einer neuen Software aus Sicht von Redaktion und Produktion evaluieren und im Herbst 2007 einen Vorschlag unterbreiten.

Comedia ist entrüstet

Die Mediengewerkschaft comedia zeigt sich gemäss einem Communiqué entrüstet über den Stellenabbau beim Tages-Anzeiger. Erst vor drei Wochen habe die Tamedia für das erste Halbjahr 2006 einen Rekordgewinn von 75,7 Millionen Franken bekannt gegeben. Mit dem Stellenabbau ginge auch journalistische Qualität verloren, kritisiert comedia. Die Einführung des Produzentensystems führe zu Mehrarbei bei den Journalisten. Gleichzeitig würden diese weniger Zeit für die ursprünglichen redaktionellen Aufgaben haben.

Zum Thema: Interview mit Tages-Anzeiger-Chefredaktor Peter Hartmeier unter

https://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=62568


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