Herr Schawinski, Gratulation, Sie haben den Zuschlag für Radio 105 bekommen. Was bedeutet das für Sie?
Dies war ein ganz wichtiger Schritt. Unser Konzept hat den Konkursverwalter überzeugt.
Sie haben nun in Zukunft mit grosser Wahrscheinlichkeit zwei Sender in zwei vollkommen verschiedenen Zielgruppen. Warum macht das Sinn?
Das ist optimal. Besser könnte es nicht sein. Wir decken so das gesamte relevante Spektrum ab.
Ihre Mitbewerber haben noch eine gute Woche Zeit, um ein besseres Angebot einzureichen. Erwarten Sie noch ernsthafte Konkurrenz?
Ich bin auf alles vorbereitet. Und ich habe ja als einziger die Chance, höhere Angebote zu toppen. Wichtig ist die Erkenntnis der letzten Jahre: Ein Sender von der Grösse von 105 ist als Stand-Alone-Station wirtschaftlich gegen die starke Zürcher Radiokonkurrenz nicht überlebensfähig. Allein mit meinem Ansatz von zwei Stationen aus einer Küche hat man eine echte Chance.
Sie haben Radio Energy, bzw. Ringier, bereits massiv kritisiert, weil diese mitgeboten haben. Fürchten Sie sich vor dieser Konkurrenz?
Energy kann aus rechtlichen Gründen keine dritte Konzession – oder faktisch eine vierte – erhalten. Ihr Mitbieten kann deshalb nur den einen Zweck haben; nämlich, dass ihr Konkurrent aus der selben Zielgruppe verschwindet. Damit will man mit viel Geld die Nr. 1 in Zürich werden, also etwas, was man auf programmlicher Ebene nicht geschafft hat. Eine solche Strategie ist rein destruktiv. Ich frage mich, wer bei Ringier für diese nicht nachvollziehbare Strategie grünes Licht gegeben hat.
Angenommen, Sie bleiben am Schluss als Einziger im Rennen. Wie geht es weiter?
Wir stecken mitten in den Vorbereitungen und werden den regulären Sendebetrieb sehr schnell wieder aufnehmen können.
Wie viele 105-Mitarbeiter übernehmen Sie?
Das ist noch offen. Es werden wohl 8 bis 10 sein.
Führen Sie das Radio-105-Programm gleich weiter?
Das ist klar. Das Programm ist erfolgreich und absolut unique. Aber ein Sender entwickelt sich immer weiter. Das wird auch hier der Fall sein. Eine solche Aufgabe liegt mir sehr.
Haben Sie mit Giuseppe Scaglione schon gesprochen?
Ich bin mit ihm laufend in Kontakt.
Interview: Matthias Ackeret

