Die «Panama Papers» sind seit Sonntagabend im Zentrum des medialen Geschehens. In der Enthüllung des Datenlecks unter der «Süddeutschen Zeitung« waren weltweit hunderte Journalisten aus fast 80 Ländern am Werk – unter anderem des «Tagesanzeigers». Der Chefredaktor der Tageszeitung, Arthur Rutishauser, gibt in einem Kommentar Einblick in seine Motivation und kritisiert zeitgleich die Finma.
Die Entscheidung zur Teilnahme fiel, als sich die Journalisten überzeugten, «dass es sich um eine der wichtigsten Recherchen handelt, die es in den letzten Jahren gab», so Rutishauser. Offshorefirmen seien zwar legal, aber die Panama Papers zeigten nun, dass «auch grosse Vermögenswerte zweifelhafter Natur verschoben wurden.» Damit spricht er vor allem die Finanzen von Russlands Präsidenten Wladimir Putin an.
«Wie kann es sein, dass ein russischer Cellist plötzlich die Kontrolle über ein Milliardenvermögen erhält und von Kriegen Putins profitiert?», prangert der Journalist an. Mit Blick auf die Schweiz mahnt er den Finanzplatz: «Noch nicht begriffen, dass sich die Zeiten geändert haben, haben die Finanzintermediäre, die noblen Anwaltskanzleien im Zürcher Finanzdistrikt und Auslandbanken mit Niederlassungen in der Schweiz.» Da schlafe die Finma noch. Es sei an der Zeit, dass diese ihre Stimme nutze und nicht wegschaue.
In einem Artikel verschafft der «Tagesanzeiger» einen Überblick zu den Panama Papers – mitsamt Infografik und zwei hintergründigen Videos.
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