Artur K. Vogel hat sich entschieden, die "Bund"-Chefredaktion per Ende 2014 abzugeben. Der 61-jährige Luzerner leitet die Berner Tageszeitung seit Januar 2007. In den vergangenen siebeneinhalb Jahren leistete er einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Kooperation von "Bund" und "Tages-Anzeiger" innerhalb der Mediengruppe Tamedia, wie es in einer Medienmitteilung heisst.
Vogel arbeitete bereits während seines Studiums der Rechtswissenschaft und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Zürich als freier Mitarbeiter für die "Luzerner Neuesten Nachrichten". Nachdem er während 20 Jahren in verschiedenen Funktionen für den "Tages-Anzeiger" tätig gewesen war, schrieb Vogel später unter anderem für das Nachrichtenmagazin "Facts", die "Weltwoche", das Schweizer Radio DRS sowie für die "Aargauer Zeitung". Dieses Jahr publizierte er seinen ersten Roman "Der Keller in der Kirchgasse" (persoenlich.com berichtete).
Über die Nachfolge von Artur K. Vogel als Chefredaktor wird laut Mitteilung zu gegebener Zeit informiert.
Herr Vogel, warum haben Sie sich jetzt für diesen Schritt entschieden?
Ich bin Journalist geworden, weil ich leidenschaftlich gern schreibe. Zwei "Legislaturperioden" lang habe ich nun vor allem Führungsaufgaben wahrgenommen und die Zeit zum Schreiben irgendwo stehlen müssen. Für meine weiteren, leider absehbaren Berufsjahre möchte ich mir wieder die nötigen Freiräume schaffen.
Werden Sie weiterhin für den "Bund" und andere Tamedia-Titel schreiben?
Ich hoffe es; Diskussionen sind im Gang; entschieden ist noch nichts. Dafür haben wir nun ein halbes Jahr Zeit.
Bleiben Sie in der Redaktion, oder werden Sie als freier Autor schreiben?
Das ist noch ungewiss, aber ich tippe eher auf den freien Autor.
Wie hat die Redaktion des "Bund" die Nachricht aufgenommen?
Das müssen Sie die Kolleginnen und Kollegen fragen.
Was würden Sie Ihrem Nachfolger auf den Weg mitgeben?
Ich glaube, meine Nachfolgerin oder mein Nachfolger wird meine Ratschläge nicht nötig haben. Und ganz bestimmt werde ich ihm oder ihr nicht am Zeug flicken. Ich fände das ziemlich stillos.
Wohin geht die nächste Reise, über die Sie berichten?
Ich mache im August zwei Wochen Ferien in Österreich. Daraus wird dann wohl, wie ich mich kenne, eine Reisereportage entstehen.
Wie sind die Reaktionen auf Ihren ersten Roman "Der Keller in der Kirchgasse" bisher? Wie haben sich die Verkaufszahlen entwickelt?
Ich habe sehr viele positive bis enthusiastische Reaktionen von Leserinnen erhalten. Die Reaktionen der männlichen Leser (und vor allem der Kollegen) sind weniger positiv; es scheint sich also um einen "Frauenroman" zu handeln (was mich ausserordentlich freut). Zu den Verkaufszahlen habe ich noch keine Information erhalten, sie dürften aber sehr überschaubar sein.
Wann kommt Ihr nächster Roman heraus?
Es sind zwei Romane nebeneinander am Entstehen. Ich hoffe, den einen nächsten Frühling publizieren zu können. (pd/lmy)
Bild: Keystone/Gaetan Bally

