21.07.2005

USA

Aufruf zu Harrypotter-Boykott

Umweltgruppe kritisiert Nichtverwendung von Recycling-Papier.

Innerhalb von 24 Stunden sind 6.9 Millionen Exemplare von "Harry Potter and the Half-Blood Prince" in den USA über den Ladentisch gewandert. Nicht zu Jedermanns Freude, wie die National Geographic Society mitteilt. Denn die US-Auflage des Bestsellers ist im Unterschied zu anderen Ländern nicht auf Recycling-Papier gedruckt. Und das hat die Umweltschützer dazu veranlasst, eine Öko-Bilanz zu erstellen und einen Boykott-Aufruf gegen die US-Ausgabe starten.

Die Marketing-Coalition hat ausgerechnet, dass Raincoast Books, der kanadische Verlag von Harry Potter, das sechste Potter-Buch auf 100 Prozent Recycling-Papier gedruckt hat und damit fast 30'000 Bäumen das Leben gerettet hat. Und Raincoast ist bei weitem nicht der einzige Verlag, der Potters Abenteuer auf umweltfreundlichem Papier gedruckt hat. Die Verlage in Deutschland, Italien, Großbritannien und Israel drucken Harry Potter fast ausschliesslich auf "umweltfreundlichem Papier", das entweder aus dem Recycling kommt oder bei der Papierherstellung nicht auf Urwaldbestände zurückgreift. Umweltgruppen wie Greenpeace und Sierra Club haben Harry-Potter-Fans dazu animiert, ihre Bücher online bei Amazon.Canada oder Chapters-Indigo.ca zu erwerben.

Hätte der US-amerikanische Verlag Scholastic die bereits elf Millionen Stück hergestellten Harry-Potter-Bücher auf 100 Prozent Recycling-Papier gedruckt, hätte er 217'475 Bäumen das Leben gerettet, rechnet Pamela Wellner von Greenpeace-Kanada vor. Doch sind es nicht nur Bäume, die am Leben geblieben sind, sondern auch andere Ressourcen. Das fünfte Harry-Potter-Buch "Orden des Phönix" ist in Kanada rund 930'000 Mal über den Ladentisch gegangen und hat, weil es auf Umweltpapier gedruckt wurde, mehr als 63 Millionen Liter Wasser und 855'000 Kilogramm Müll eingespart.


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