Der ehemalige CVP-Generalsekretär Urs C. Reinhardt ist Chefredaktor des römisch-katholischen Kirchenblatts des Kantons Solothurn. Er hat in letzter Zeit drei Editorials unter dem Titel "Multikultidämmerung" geschrieben. Darin schreibt er: "Nur wenige möchten 365 Tage im Jahr X Asiaten, Araber, Afrikaner, Indios und Aborigines bewirten, sind doch schon Amerikaner und Europäer oft recht bemühend. Man will möglichst viel und lange -- ohne unchristlich zu sein -- unter sich und seinesgleichen sein. Zu Hause, chez soi", wie der Tages-Anzeiger (TA) zitiert.
Reinhardt sieht die Editorials als "eine klare Absage an den (glücklicherweise endenden) politischen Zeitgeist des 'Multikulturalismus', der sich, unterstützt vom medialen Pausenchor, an globaler Weltoffenheit und Toleranz nicht überbieten lassen wollte. Weil er dabei die eigenen kulturellen und religiösen Werte und Traditionen exzessiv 'vernütigte' oder diskriminierte, macht dieser Zeitgeist jetzt Pleite". Dabei greift Reinhardt gemäss TA vor allem den Islam an: Das "Multikultigesäusel kann im Nahen und/oder Mittleren Osten das Zünden eines weltweiten Flächenbrandes nicht verhindern". Die Islamwissenschaftlerin Amira Hafner Al-Jabaji hatte schon 2001 wegen Reinhardts Pamphleten bei Bischof Kurt Koch interveniert.

