05.03.2018

Zeitschriftenpreise

Ausländische Magazine sollen günstiger werden

Zeitschriften aus dem Ausland sind in der Schweiz 158 Prozent teurer. Nun soll sich der Bundesrat damit befassen.
Zeitschriftenpreise: Ausländische Magazine sollen günstiger werden
Magazine an einem Kiosk in Zürich. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

Der Nationalrat fordert Massnahmen gegen die hohen Preise ausländischer Zeitschriften in der Schweiz. Er will den Bundesrat beauftragen, zusammen mit der Wettbewerbskommission und dem Preisüberwacher eine Lösung zu finden, damit die Preise sinken. Der Nationalrat hat am Montag eine Motion seiner Wirtschaftskommission (WAK) mit 102 zu 82 Stimmen bei 2 Enthaltungen angenommen.

Viele Konsumentinnen und Konsumenten ärgerten sich über die hohen Preise, sagte Prisca Birrer-Heimo (SP/LU) im Namen der Kommission. Der Preisüberwacher habe festgestellt, dass die Differenz zu den Preisen im Ausland in den letzten Jahren stark zugenommen habe. Die ausländischen Zeitschriften seien in der Schweiz bis zu 158 Prozent teurer. Die bisherigen Bemühungen seien ohne Resultat geblieben, sagte Birrer-Heimo. Das Problem werde zwischen den Akteuren hin- und hergeschoben.

Eine rechte Kommissionsminderheit stellte sich gegen die Motion. Thomas Aeschi (SVP/ZG) zweifelte am Nutzen des Auftrags an den Bundesrat. Die Befürworter forderten eine «effiziente und unbürokratische» Lösung ohne zu wissen, wie diese aussehen könnte, kritisierte er. Eine schwammige Motion bringe nichts. Auch Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann stellte sich gegen die Motion. Bisher habe kein Verstoss gegen geltendes Recht nachgewiesen werden können, stellte er fest. Eine staatliche Preisregulierung lehnte der Bundesrat ab. Dafür fehle eine Verfassungsgrundlage. Die Motion geht nun an den Ständerat. (sda/wid)


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KOMMENTARE

Matthias Daberstiel
06.03.2018 09:33 Uhr
Das die Schweizerinnen und Schweizer sich hier benachteiligt fühlen, ist schon verständlich. Als deutscher Verlag, der auch ein Fachmagazin in der Schweiz vertreibt, muss ich Ihnen aber sagen, das die Zoll- und Postgebühren der größte Preistreiber für unser Magazin sind. Auch wir sind deshalb fast 100 Prozent teurer als in Deutschland und Österreich. Die aktuelle MwSt. Veränderung für digitale Produkte in der Schweiz wird das Problem sogar noch verschärfen. Für kleine Verlage ist der damit verbundene Aufwand kaum zu stemmen. Die Lösung liegt also nicht in einer Regulierung des Marktes, sondern der Gebühren und Steuern für Verlagsprodukte aus der EU.
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