12.01.2015

Rundfunk.fm

Bald nicht nur Radiosender, sondern "Erlebniswelt"

Nach 15 Jahren Eventradio schaltet Oliver Scotoni auf Dauerbetrieb um.
Rundfunk.fm: Bald nicht nur Radiosender, sondern "Erlebniswelt"

Oliver Scotoni, am 15. Januar – nach 15 Jahren – tritt Rundfunk.fm in eine neue Phase. Worum geht es genau?
Rundfunk.fm wird ab diesem Zeitpunkt permanent via Webstream und DAB+ senden. Punktuell werden wir auch UKW-Frequenzen beantragen. Die Radiostation wird sich auf der Basis des musikalischen Streams immer wieder verändern, neu definieren und das Publikum überraschen. An immer wieder wechselnden Standorten werden Festivals, Aktionen und Events organisiert. Rundfunk.fm wird nicht nur eine Radiostation sondern eine Erlebniswelt. Wir werden in Zukunft aber auch Blogs aufbauen mit musikalischen Tipps und Inspirationen. Eine Rubrik nennt sich "Song Of The Day", ein musikalischer Kalender. Wir posten jeden Tag einen Song.

Ihr Sender funktioniert seit 15 Jahren als viel geschätzter, zeitlich limitierter Event. Besteht überhaupt Nachfrage für einen permanenten Betrieb?
Während der letzten Ausgabe von Rundfunk.fm hat sich die Hörerschaft auf dem Webstream nochmals mehr als verdoppelt. Das hat mich persönlich auch überrascht, zeigt aber klar auf, dass ein Bedürfnis bei der Hörerschaft besteht. Und Rundfunk.fm ist ja nicht nur ein Radio sondern eine Erlebniswelt. Dazu wird Rundfunk.fm aber auch ein musikalischer Guide sein, der Musikinteressierte inspirieren soll und sie auf neue Pfade bringen soll.

Nun soll Rundfunk.fm also rund um die Uhr senden. Und was genau?
Musikalisch wird Rundfunk.fm den Tag modelieren und eine Stream mit ausgesuchter, qualitativ hochestehnder Musik kreieren. Gestaltet wird die Musik von Experten, die das spielen, was sie selbst am Meisten lieben. Der erste Monat wird von mir selbst gestaltet. Ich habe dafür über drei Jahre hinweg ca. 800 Sets gemixt (10'000 verschiedene Songs). Die Sets werden so aneinander gefügt, dass sie auf den Rhythmus eines Tages eingehen.

Ein ganzes Jahr hat unglaublich viele Stunden, verlangt nach unglaublich viel Programm. Besteht da nicht die Gefahrt, dass man ausbrennt?
Wenn man sich permanent mit einem Thema auseinander setzt, besteht in jedem Beruf die Gefahr, dass man zwischendurch die Nase voll hat. Ich beschäftige mich seit 30 Jahren mit Musik und bin immer noch Feuer und Flamme dafür. Dazu kommt, dass viele Musik- und Kulturschaffende, wie auch Eventspezialisten involviert sind, die sehr schätze und mit denen ich mich freue zusammenzuarbeiten.

Rundfunk.fm hat bereits mehrere Versuche unternommen vom blossen Eventradio wegzukommen. Wieso sind diese bisher "gescheitert"?
Wir haben bisher erst einen Versuch unternommen. 2011 übernahmen wir das Nachtprogramm von Radio1. Ziel war es, ein Radiostudio als exklusiven Club für ca. 200 Personen aufzubauen (mit einer Hörerschaft von 50'000 Personen). Drei Locations waren damals optioniert. In der Detailplanung erwiesen sich leider alle als nicht geeignet und es waren keine unseren Ansprüchen entsprechenden Objekte verfügbar. Auf diesem Grunde haben wir uns dann wieder zurück gezogen.

Wie sieht es an der Sponsoren-Front aus? Wer ist im Boot?
Wir vermarkten einerseits festivalorientiert, andererseits sind momentan Verhandlungen bezüglich ganzjährlichen Partnerschaften im Gange.

In welchen Bereichen suchen Sie nach Partnern? Wer passt zu Rundfunk.fm?
Wir haben eine sehr spannende Zielgruppe. Für Brands, die im Bereich Lifestyle und Kultur positioniert sind, können wir eine ideale Plattform anbieten (Spots/Web/Auftritt vor Ort). Rundfunk.fm startet in Zürich, verfolgt aber das Ziel in Zukunft in der ganzen Schweiz zu inszenieren. Auch für Produkte im gastronomischen Bereich (Getränke/Food) ist Rundfunk.fm ein perfekter Partner.

Bekannt ist Rundfunk.fm nach wie vor für das Happening in und um das Spiegelzelt herum. Eine Oase der guten Musik. Und ein Ort, an dem man Radio live erleben kann. Wird es diese Oase weiterhin geben?
Der permanente Stream wird es uns erlauben diese Situation zu multiplizieren. In Zukunft wird es mehrere Festivals und Aktionen geben. Rundfunk.fm wird Freiräume besetzen und diese zeitlich begrenzt inszenieren. Ab 2016 werden wir dann z.B. auch wieder einen Monat lang im Landesmuseum stattfinden.

Und vorher? Auf dem Gelände von Gerolds Garten?
Ja, dieses Jahr werden wir u.a. wiederum das Gelände zwischen dem Geroldsgarten und dem Hive inszenieren. Rundfunk.fm wird Juli/August an diesem Standort sein.

Was hört eigentlich ein Radiomacher, um sich inspirieren zu lassen?
Ich habe diverse internationale Quellen (Websites), die ich regelmässig besuche und die mich inspirieren. Des Weiteren entdecke ich Neues auch im Austausch mit meinen musikalischen Freunden. Und zudem ist meine Sammlung mittlerweile so umfangreich, dass ich sie selbst immer wieder neu entdecken kann.

Zwei, drei aktuelle Musiktipps?
Harald Bjork - "December" (Axel Bomann Remix)
Silk Rhodes - "Pains"
Ernest Ranglin & Flloyd Lloyd Seivright - "Japanze Doll"



Und zu guter Letzt: Wissen Sie schon, mit welchem Stück Sie das neue Kapitel in der Geschichte von Rundfunk.fm einläuten werden?
Nein, das entscheide ich relativ spontan. Aber ich kann Ihnen sagen, wo dies geschehen wird: am Samstag, dem 17. Januar werden wir im Restaurant Quai 61 in Zürich eine Party veranstalten. Das Ganze steht unter dem Motto "Rundfunk.fm 365". Die zweite Aktion steht auch schon fest: Vom 17. Februar bis 21. Februar senden wir aus dem Plattenladen Zero Zero an der Zürcher Bäckerstrasse. Von dort aus werden versierte Kenner und DJs die Frequenz mit dem Sortiment des Ladens bespielen.

Fragen: Adrian Schräder/Bild: zVg


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