Mit einem ausführlichen Recherche-Bericht über die Korruption bei der Polizei hat das indonesische Politmagazin "Tempo" einen unerwarteten Erfolg erzielt: Binnen Minuten seien am Montag fast alle 30'000 Hefte der neuen Wochenausgabe verkauft gewesen - noch bevor sie die Kioske erreicht hätten. Das berichtete "Tempo" auf seiner Internetseite. Mysteriöserweise hätten die Käufer ausgesehen wie Polizeibeamte in Zivil, berichtete das Magazin unter Berufung auf mehrere Grosshändler weiter, denen die Ausgaben bereits im Morgengrauen buchstäblich aus den Händen gerissen wurden.
Angesichts des offenkundigen Interesses an der Geschichte kündigte "Tempo" nun an, die Ausgabe nochmals nachzudrucken. Ein Polizeisprecher versicherte am Montag gegenüber dem Magazin, nichts über den ungewöhnlichen Run auf das Magazin zu wissen. Nach der jüngsten Entdeckung von umgerechnet mehr als zehn Millionen Franken auf dem Konto eines Beamten hatte "Tempo" für seine Titelgeschichte Informationen über weitere wohlgefüllte Bankkonten von Polizisten gesammelt. Laut Transparency International zählt Indonesien zu den korruptesten Ländern der Welt - und die indonesische Polizei zu den korruptesten Institutionen des Landes. (sda)

